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Kinder an die Macht!

Erfolgreiches Grundschul-Besuchsprogramm des Landtags wird fortgeführt

„Die Welt gehört in Kinderhände“ heißt es in Herbert Grönemeyers großen Hit „Kinder an die Macht“. Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer im vergangenen Jahr an manchen Tagen den Interimsplenarsaal in der Steinhalle des Landesmuseums besuchte: Kinder am Präsidiumstisch, Kinder in den Abgeordnetenreihen und Kinder am Rednerpult des Landtags. Hintergrund war das neue Besuchsprogramm des Landtags für Grundschulen zur Förderung der Demokratieerziehung und der politischen Bildung. Insgesamt rund 390 Kinder aus 20 Klassen von zehn Grundschulen in ganz Rheinland-Pfalz haben an diesem Pilotprojet inzwischen teilgenommen. Bundesweit einmalig wurde dieses Programm auch wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Aufgrund der großen Nachfrage und der positiven Studienergebnisse wird der Landtag das Grundschul-Programm nun fortsetzen.

„Ab 2019 bieten wir pro Jahr 30 Besuchstermine für dritte und vierte Grundschulklassen an“, freute sich Landtagspräsident Hendrik Hering. Und dabei sollen die jungen Menschen auch die Möglichkeit haben, während ihres Besuchs in Mainz oder im Nachgang echte Politiker kennen zu lernen. Hering und seine beiden Vizes, Hans-Josef Bracht und Astrid Schmitt, wollen teilnehmende Klassen dann auch vor Ort in ihren Schulen besuchen, um mit ihnen über Politik zu sprechen. „Bereits die Jüngsten haben eine Grundvorstellung von Demokratie, haben ein Gespür für demokratische Regeln und Prozesse und dies wollen wir fördern“, sagte Hendrik Hering. Er ist der Überzeugung, dass man mit politischer Bildung und Demokratieerziehung nicht früh genug beginnen könne. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des Grundschulprogramms bestärkten ihn nun darin, dieses Angebot auszuweiten.

Programm kommt an und wirkt

Die beiden Politikwissenschaftler, Professorin Simone Abendschön von der Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Kollege von der Freien Universität Berlin, Professor Thorsten Faas, kamen in ihrem Abschlussbericht zum Ergebnis, dass das Programm bei den Kindern nicht nur sehr gut ankomme, sondern auch Wirkungen zeige. So hätten beispielsweise das politische Wissen und auch das politische Interesse der Kinder zugenommen. Auch die Diskussionsbereitschaft der Kinder bei ungleichen Meinungen habe sich durch das Besuchsprogramm positiv entwickelt. Insgesamt zeige die Studie, „dass das außerschulische Besuchsprogramm im Landtag auch im Grundschulbereich ein wichtiger und nachhaltiger Ort politisch-demokratischer Bildung ist und sein kann, den es sich aus unserer Sicht fortzuführen lohnt“, resümieren die beiden Politologen.

„Demokratie an dem Ort hautnah zu erleben, wo sie gemacht und verteidigt wird, ist für junge Menschen beeindruckend und spannend“, berichtete der in der Landtagsverwaltung zuständige Projektleiter, Andreas Jaeger, der die Grundschulklassen im Landtag betreute. Im Zentrum des Programms steht ein Rollenspiel, in welchem eine Plenarsitzung simuliert wird. Dabei wählen die Kinder nicht nur die verschiedenen Ämter vom Präsidenten bis zum Fraktionsvorsitzenden, sondern auch ein Thema, über welches sie diskutieren und abstimmen wollen. Der Landtag stellt den teilnehmenden Klassen hierzu vorbereitende altersgerechte Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. 

Weitere Angebote für Klassen 5 bis 8

Darüber hinaus wolle der Landtag auch Angebote für die Klassenstufen 5 bis 8 entwickeln, sagte Hendrik Hering. Für diese gebe es bisher keine Programme im Landtag. Denkbar seien Workshops zu politischen Themen und Gespräche mit Abgeordneten, aber auch Formate, die bisher nur höheren Jahrgangsstufen angeboten wurden wie beispielsweise die Einführung eines „Kinder-Landtags“ analog zum „Schüler-Landtag“, den es bereits seit über 30 Jahren gibt. Damit bietet der Landtag dann durchgängige Programme von der 3./4. Klasse bis zum Erwachsenenalter an. Für diese neuen Angebote seien rund 50.000 Euro im neuen Haushalt beantragt.

Weitere Informationen zum Grundschulprogramm und zum Bewerbungsverfahren sind erhältlich bei Andreas Jaeger unter 06131/208-2203 oder per Mail an andreas.jaeger@landtag.rlp.de.

 
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