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Als die Demokratie in der Pfalz laufen lernte

Ausstellung zur „Bad Bergzabener Republik“ im Mainzer Landesmuseum

Es ist das Hambacher Fest, das in der Geschichtsschreibung immer wieder als die „Wiege der Demokratie“ in Deutschland bezeichnet wird. Rund fünf Jahrzehnte zuvor gab es jedoch bereits an zwei Orten in Rheinland-Pfalz erste Versuche, nach demokratischen Grundregeln zu leben und zu handeln: in Mainz und auch in der pfälzischen Kleinstadt Bad Bergzabern. Mit den ersten Demokratieversuchen in der Pfalz beschäftigt sich eine aktuelle Ausstellung über die „Bad Bergzabener Republik“, die heute von Landtagspräsident Hendrik Hering in der Lobby der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums eröffnet wurde.  

Noch bis zum 7. März wird dort auf neun Plakaten diese Anfangszeit der Demokratie auf deutschem Boden anschaulich dargestellt. Die Initiative ging dabei vor zwei Jahren von Schülerinnen und Schüler des Geschichte-Leistungskurses des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern aus, die mit ihren Lehrern auch bei der Ausstellungseröffnung anwesend waren. Das Ausstellungsprojekt wurde dann im Rahmen der Veranstaltung „Die Mutterstadt der Freyheit – Die Bad Bergzabener Republik 1792/93“ in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und dem Historischen Verein Bad Bergzabern realisiert.

Demokratie verständlich und nachvollziehbar machen

Landtagspräsident Hendrik Hering dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr „vorbildliches und tolles Engagement“, sich mit den Ursprüngen der Demokratie in ihrer Heimat so intensiv auseinanderzusetzen und eine solch spannende Ausstellung konzipiert zu haben. Sein Dank galt darüber hinaus allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben und insbesondere auch dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Alexander Schweitzer, der das Projekt in seiner Heimatregion nachhaltig unterstützte und die Idee zur Ausstellung im Landtag hatte.   

„Es sind Projekte wie dieses, die ein abstraktes, aber wichtiges Thema wie unsere Demokratie, für alle verständlich und nachvollziehbar machen“, sagte Hendrik Hering. Eine solche Ausstellung helfe, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit demokratischen Grundwerten sei. Sie zeige auch, „dass der Weg zu einer demokratischen Gesellschaft ein sehr steiniger mit viel Leid und Blutvergießen war“. Und schließlich mahne die Geschichte, dass es nicht selbstverständlich sei, in einem demokratischen Land zu leben. Deshalb sei es ein zentrales Anliegen des Landtags, Menschen, vor allem auch Jüngere, für die Demokratie zu begeistern. „Demokratie lebt vom Mitmachen und je früher junge Menschen Demokratieverständnis vermittelt bekommen, desto weniger haben populistische Kräfte die Chance, die liberale Demokratie zu gefährden“, betonte der Landtagspräsident. Er freute sich besonders, dass die Schülerinnen und Schüler aus Bad Bergzabern die Fahrt nach Mainz auch nutzten, um an einem Tagesseminar zur Arbeit des Landtags teilzunehmen und sich ein Bild davon machten, wie Demokratie heute im Parlament gelebt wird. 

 
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