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Interrail-Tickets für Senioren auf Wunschliste

Landtagspräsidium besuchte Pirmasens und Rodalben

Demokratie lebt vom Dialog mit den Menschen. Für Landtagspräsident Hendrik Hering und die beiden Vizepräsidenten Astrid Schmitt und Hans-Josef Bracht gelingt das am besten vor Ort. Deshalb besucht die Landtagsspitze in regelmäßigen Abständen die verschiedenen Regionen im Land. Jetzt war die Südwestpfalz mit den beiden Orten Rodalben und Pirmasens an der Reihe. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Demokratie-Nah“ will der Landtag vor allem die Distanz zwischen Bürgern und Politik abbauen. „Der Tag in der Südwestpfalz hat einmal mehr gezeigt, was Demokratie und Politik am allermeisten brauchen: persönlichen Kontakt, Nähe zu den Menschen, und Politiker, die zuhören“, resümierte der Landtagspräsident.

Schüler diskutieren über Zukunft der Landärzte

Für Hendrik Hering begann der Tag in der Berufsbildenden Schule Rodalben. Die angehenden medizinischen Fachangestellten interessierten sich besonders dafür, was das Land tun will, um Medizinern das Arbeiten auf dem Land schmackhaft zu machen. Vizepräsidentin Astrid Schmitt besuchte die Mozartgrundschule in Rodalben und ihr Kollege Hans-Josef Bracht war zu Gast in der Realschule plus Rodalben. Die Politiker diskutierten mit den Schülern über das „Wählen mit 16 Jahren“ und die Flüchtlingspolitik, aber auch ganz praktisch über die räumliche Ausstattung an ihrer Schule, die aus Sicht der Schüler besser sein könnte.

Trommelvorführung auf dem Exerzierplatz

Die zweite Station des Tages war der Pirmasenser Wochenmarkt auf dem Exerzierplatz. Kinder der Kita „Im Regenbogenland“ und der Robert-Schumann-Grundschule empfingen den Landtag mit einer Trommelvorführung. Beim dreisprachigen Singen von „Bruder Jakob“ wurde auch Landtagspräsident Hering zum Mitmachen animiert. Der Landtag hatte auf dem Markplatz einen Stand mit runden Tischen, Kaffee und Keksen aufgebaut. Viele Pirmasenser nutzten die Gelegenheit, um mit dem Landtagsvorstand ins Gespräch zu kommen. Sie erzählten von ihren Sorgen um die Altersvorsorge und um die Zukunft der Stadt Pirmasens. Der Landtag hatte den gemeinnützigen Verein „Artikel eins“ mit seinem Spiel „DemokraTisch“ eingeladen. Hier entstanden auf spielerische Weise sachliche und intensive Debatten über gesellschaftliche Themen.

Flüchtlinge wünschen sich Freundschaft zu Deutschen

Im Mittelpunkt des nächsten Termins standen Ehrenamtliche der Diakonie in Pirmasens. Die Ehrenamtlichen erzählten leidenschaftlich von ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe, von Sprachkursen und Kochabenden und von ihrer Fahrradwerkstatt. Sie gaben der Landtagsspitze aber auch Nachdenkliches mit auf den Weg. So wünschten sich viele Asylbewerber, einen Freundeskreis mit Deutschen aufzubauen. Dies gelinge oft nur schwer.

Wie wirkt die EU vor Ort?

Den Tagesabschluss bildete eine Veranstaltung unter dem Titel „Mitreden! Zukunftsdebatte Europa“, zu welcher der Landtag gemeinsam mit dem Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, Jochen Pöttgen, alle Bürgerinnen und Bürger in die „Alte Post“ in Pirmasens eingeladen hatte. „Europa lebt in seinen Regionen. Zwei Drittel der auf EU-Ebene getroffenen Entscheidungen betreffen die Kommunen direkt oder indirekt, beispielsweise die gegenwärtig intensiv diskutierten Feinstaub-Richtlinie oder die Datenschutz-Grundverordnung“, sagt Hendrik Hering. Angesichts dessen werde es auch immer wichtiger, dass diese Politik angemessen, verständlich und bürgernah vermittelt werde. Hierbei komme den Landes-, Regional- und Kommunalparlamenten aufgrund ihrer Bürgernähe eine besondere Bedeutung als Demokratievermittler zu.

Jochen Pöttgen gab in seinem Impulsreferat einen Überblick über die verschiedenen EU-Förderprojekte und erläuterte, welche Projekte in der Region von diesen Geldern unmittelbar profitierten. Im Anschluss fanden sich die Gäste in kleinen Gruppen zusammen, um mit dem Landtagsvorstand über die EU und Demokratie zu diskutieren. Im Workshop erzählten die Pirmasenser, dass die EU viel sichtbarer machen müsste, an welchen Stellen sie eigentlich wirkt. Viele wüssten gar nicht, dass die EU zum Beispiel mit finanziellen Mitteln in alltäglichen Situationen vor Ort helfe, auch in Pirmasens. Die Pirmasenser gaben dem Landtag auch ganz praktische neue Ideen mit, wie ein kostenloses Interrail-Ticket für Senioren. Ein wichtiges Anliegen der Gäste war es, dass Politik bürgernäher gestaltet werden sollte. Nur dann könne man die Menschen wieder mehr für den europäischen Gedanken begeistern. Und damit trafen sie das Kernziel der Veranstaltungsreihe „Demokratie-Nah“ schon ziemlich exakt.

 
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