Lieder zum Mauerfall

Anlässlich des 30. Mauerfalljubiläums hat der Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk eine Konzertlesung im Interimsplenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags im Mainzer Landesmuseum gegeben. Unter dem Titel „Wieder stehen – Rettung kommt von Ohnmacht nicht“, berichtete Krawczyk in Liedern und autobiographischen Texten über das Leben in der DDR und im vereinten Deutschland.

„Wir möchten heute Abend an den Mauerfall vor 30 Jahren erinnern und an die zahlreichen mutigen Menschen, die in den Wochen davor für ihre Rechte auf Freiheit und Frieden auf den Straßen demonstriert haben. Ohne ihren Mut hätte es den Mauerfall und das vereinigte Deutschland nicht gegeben“, betonte Landtagsvizepräsident Hans-Josef Bracht in seinem Grußwort.

Erst gefeiert, später ausgewiesen

Der in Thüringen geborene und später nach Ostberlin gezogene Krawczyk lebte 33 Jahre in der DDR. Zunächst als Chansonsstar gefeiert, sei er durch seine zunehmend kritischen Texte in Ungnade der dortigen Regierungsverantwortlichen gefallen und erhielt ein Berufsverbot, berichtete Hans-Josef Bracht. Fortan habe er nur im Schutz der Kirchen auftreten können, die zunehmend ein Zufluchtsort der Bürgerrechtsbewegung wurden. „Dennoch wurde Stephan Krawczyk verhaftet. Nach 16 Tagen im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen durften er und seine Frau Freya Klier im Februar 1988 „freiwillig“ in den Westen ausreisen“, so der Landtagsvizepräsident. Freiwillig war die Ausreise jedoch nur dem Anschein nach. Die Staatssicherheit habe eine mediale Aufmerksamkeit vermeiden wollen.

Stephan Krawczyk wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet. Für „Mein Vater“ erhielt er den „Bettina-von-Arnim“ Literaturpreis, zudem ist Krawczyk Träger der Verdienstmedaille des Landes Berlin sowie des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Direktor Bernhard Kukatzki hielt ein Grußwort.