Einheitliches Vorgehen bei Corona-Impfung

In der jüngsten Enquete-Kommission „Corona-Pandemie“ des Landtags haben sich die Abgeordneten im Rahmen einer Expertenanhörung mit dem aktuellen Forschungsstand der Wissenschaft beschäftigt. Im Zentrum stand dabei unter anderem auch die Entwicklung eines Impfstoffes.

Wenn im Dezember in Deutschland möglicherweise bereits eine gewisse Menge an Impfstoff gegen das Coronavirus vorliegen könnte, sei wichtig, dass vom Bund Eckpunkte für ein bundesweites Impfkonzept festgelegt werden, betonte Staatssekretär Alexander Wilhelm. Auf dieser Grundlage will das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium ein Konzept für eine künftige Impfung gegen das Coronavirus entwickeln. Hierfür sei es notwendig, dass diese Impfung nach bundesweit vergleichbaren Maßstäben erfolge, sagte Alexander Wilhelm. Die Gesundheitsministerkonferenz habe das Bundesgesundheitsministerium gebeten, den Ländern so schnell wie möglich mitzuteilen, wann welche Impfstoffe zur Verfügung stünden.

Impfbereitschaft nimmt ab
Moritz Mergen vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller sagte, dass er im ersten Halbjahr 2021 mit einem Impfstoff rechne. Über 180 Unternehmen arbeiteten weltweit an der Impfstoffentwicklung, allein vier davon stammten aus Rheinland-Pfalz. Professor Cornelia Betsch, Psychologin an der Uni Erfurt, informierte, dass die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, in der Bevölkerung seit Mai leicht abgenommen habe und inzwischen nur noch bei rund 55 Prozent liege. Vor allem gebe es Sorgen wegen möglicher Nebenwirkungen. Das Misstrauen verstärke sich noch weiter, wenn es sich um einen genbasierten Impfstoff handele.  

Weiter wichtig: Abstand halten, Maske tragen
Professor Philipp Zanger vom Landesuntersuchungsamt betonte, dass es entscheidend sei, auch die prä-symptomatische Phase noch stärker in den Blick zu nehmen, also den Zeitraum, in welcher der Patient bereits infiziert, aber noch nicht erkrankt und symptomfrei ist. Rund die Hälfte aller Infektionen gingen auf diese Phase zurück. Vor diesem Hintergrund sei es so wichtig, Abstand zu halten. Jeder Meter Abstand halbiere das Risiko einer Ansteckung. Ebenso sei die Wirksamkeit einer Maske inzwischen wissenschaftlich abgesichert. Die Viruskonzentration im Umfeld von Maskenträgern sei deutlich geringer.

Des Weiteren thematisierte die EK Pandemie insbesondere auch Fragen der Auswirkungen der Pandemie auf die rheinland-pfälzische Wirtschaft und den Arbeitsmarkt, die Entwicklung der Digitalisierung und auf die Geschlechtergerechtigkeit.