60 Jahre Mauerbau: Präsident und Ministerpräsidentin gedenken

Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer haben am 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer in einer gemeinsamen Videobotschaft gedacht. Sie betonten, wie wichtig es sei, an die Opfer und das Leid durch die SED-Diktatur zu erinnern, aber auch an den Mut der Menschen, sich Freiheit zu erkämpfen.

Landtagspräsident Hendrik Hering erinnerte an die mehr als 430 Frauen und Männer, die an der deutsch-deutschen Grenze ihr Leben gelassen haben. Und er gedachte der mehr als 71.000 Menschen, die wegen sogenannter „Republikflucht“ inhaftiert wurden sowie Hunderttausenden politischen Gefangenen. Hendrik Hering sagte: „Die Wunden, die der repressive DDR-Staat in viele Familien geschlagen hat, sie wirken bis heute nach. Und dennoch haben diese ostdeutschen Erfahrungen keinen so festen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis wie die des Westens. Das muss sich ändern“. Zu einer aufrichtigen Erinnerungskultur gehöre, nicht die Augen vor dem Unrecht der SED-Diktatur zu verschließen. „Hören wir zu – und fragen wir nach. Für unsere freiheitliche Demokratie wünsche mir Raum für ein vielstimmiges Erinnern, auch bei uns in Rheinland-Pfalz, heute, an diesem schicksalsschweren Jahrestag des Mauerbaus, aber auch in Zukunft“, so Hendrik Hering.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte: „Die Mauer trennte Freunde von Freundinnen, Großeltern von Enkelkindern, Brüder von Schwestern – 28 Jahre lang. Sie trennte Ost von West nicht nur in Deutschland – sondern sie stand symbolisch für die Teilung der Welt“. Die SED-Diktatur habe seine Bürger:innen eingesperrt, ließ sie überwachen, trat Menschen- und Freiheitsrechte mit Füßen. Kritische Geister seien mundtot gemacht worden. Malu Dreyer betonte: „Ich blicke noch immer mit Ehrfurcht auf all die mutigen Menschen, die als Bürger:innen einer Diktatur den friedlichen Weg gewählt haben, sich Freiheit zu erkämpfen. Ihnen ist der Mauerfall zu verdanken. Deswegen feiern wir am Tag der Deutschen Einheit nicht nur das Zusammenwachsen einer Nation, sondern den Sieg der Demokratie und der Freiheit über Diktatur und Unterdrückung“.