Gelungener Start ins Schuljahr?

Kontrovers zur Sache ging es im rheinland-pfälzischen Landtag in der ersten Aktuellen Debatte nach der Sommerpause. Auf Antrag der SPD-Fraktion diskutierten die Abgeordneten die Situation der rheinland-pfälzischen Schulen anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres. „Gute Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildung – gelungener Start ins neue Schuljahr 2019/2020“, so der Titel, dessen Tenor sich neben SPD auch FDP und Grüne anschlossen. CDU und AfD hingegen sahen Ansatzpunkte zur Kritik.

Sämtliche Planstellen an Realschulen Plus, Gesamtschulen und Gymnasien seien besetzt, erläuterte Bildungsministerin Stefanie Hubig. Den wenigen Vakanzen bei Grund- und Förderschulen wirke man mit einer Erhöhung der Ausbildungskapazitäten sowie dem neu eingerichteten Studiengang für Grundschullehramt an der Universität Trier entgegen. Zusätzlich seien 170 zusätzliche Lehrstellen geschaffen worden, bei gleichzeitigem Rückgang der Schülerzahlen.
Mit der Schulabbruchquote von über 13 Prozent in Ludwigshafen wolle man sich nicht zufriedengeben. Das im Herbst neu startende „Projekt Chancengerechtigkeit“ solle künftig solche Schulen unterstützen, deren Schülerinnen und Schüler besonders häufig mit sozialen Benachteiligungen zu kämpfen hätten.

Kritik an hoher Abbrecherquote

Auch Martin Brandl, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion kritisierte die Ludwigshafener Situation. Eine aktuelle Caritas-Studie spreche hier von fast 15 Prozent Schulabbrüchen. Laut IQB-Bildungstrend erreiche fast ein Viertel der Grundschulkinder nicht den Mindeststandard in Rechtschreibung. Auch Maßnahmen, wie die Sprachförderung, kämen nicht bei den Kindern an.
Michael Frisch von der AfD kritisierte das sinkende Niveau der Schulabsolventen, das sich besonders bei den Übergängen von Schule zu Studium und Lehre zeige. Eine Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und der Erhalt von Förder- und Sonderschulen solle dem entgegenwirken. Kostenfreie Meisterprüfungen müssten zur Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung beitragen.

Gute Noten für Rheinland-Pfalz

In nur fünf Jahren, so der Bildungsmonitor der Initiative für soziale Marktwirtschaft, habe Rheinland-Pfalz sich im Bundesvergleich vom zehnten auf den siebten Platz verbessert, so Helga Lerch, Abgeordnete der FDP. Die Erhöhung der Lehrerbesoldung sei außerdem geeignet einem Abwandern von Lehrkräften entgegenzuwirken.
Ebenfalls mit Bezug auf den Bildungsmonitor, lobte Daniel Köbler, Bündnis 90/Die Grünen, den Integrationskurs des Landes. Hier läge Rheinland-Pfalz bundesweit mit an der Spitze. Er lehnte die Idee, Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen in eigenen Klassen zu separieren, entschieden ab.
Bettina Brück von der SPD wies darauf hin, dass das Land die Haushaltsmittel für Bildung im Doppelhaushalt verdreifacht habe und in Aus- Fort- und Weiterbildung sowie in die Digitalisierung der Schulen investiere.