Kolloquium 70 Jahre Rheinland-Pfalz

Die Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz veranstaltet in Kooperation mit der Staatskanzlei und der Landeszentrale für politische Bildung vom 21. bis 23. Juni 2017 das Kolloquium „70 Jahre Rheinland-Pfalz: historische Betrachtung und politikwissenschaftliche Analyse“.

Anlässlich der Eröffnung der Veranstaltungsreihe sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Unsere Landesverfassung ist ein starkes Symbol für Demokratie, für eine freiheitlich-demokratische Werteordnung und vor allem für einen Neuanfang. Sie ist die Grundlage demokratischer Ordnung und auch der Grundstein für die politische Erfolgsgeschichte unseres Landes. Die Verabschiedung der Verfassung, diese Geburtsstunde unseres Landes vor 70 Jahren, bietet den Anlass zu einem zweitägigen interdisziplinären Kolloquium.“

Das Kolloquium zeige mit je drei Themenblöcken in den beiden Kategorien „Politik und Regieren, zeithistorische Vertiefungen“ sowie „Ausgewählte Aspekte des Regierungssystems“ den neuesten Forschungsstand auf. Die 70 Jahre der Landesgeschichte von den Anfangsjahren unter Wilhelm Boden und Peter Altmeier bis fast in die Gegenwart würden unter geschichts- und politikwissenschaftlichen Fragestellung in den Blick genommen. „Ich danke allen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die sich an diesem Kolloquium beteiligt, es konzipiert und mitgestaltet haben“, so die Ministerpräsidentin.

Das Schlusswort der Eröffnungsveranstaltung kam Landtagspräsident Hendrik Hering zu, der zugleich auch Vorsitzender der Kommission für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz ist. Hendrik Hering lenkte dabei den Blick zurück in die Anfangsjahre des Bundeslandes und auf die schwierigen Ausgangsbedingungen in der Nachkriegszeit. Nur eine knappe Mehrheit der Rheinland-Pfälzer habe sich am 18. Mai 1947 für die von der Beratenden Landesversammlung erarbeitete Verfassung für Rheinland-Pfalz ausgesprochen. „Trotz widrigster Umstände ist es gelungen, eine rheinland-pfälzische Identität zu schaffen und gleichzeitig die Besonderheiten der einzelnen Regionen zu erhalten“, sagte Hering.

Der Rolle der Länder und der Regionen komme in einem vereinten Deutschland und Europa inzwischen eine ganz besondere Bedeutung zu. „Wir werden die europäische Idee nur dann weiter mit Leben erfüllen können, wenn wir in einem vereinten Europa zugleich Europäer, Rheinland-Pfälzer und Rheinhessen, Pfälzer oder Westerwälder sein können“. Das Zulassen von mehreren Identitäten sei das, was die Menschen entlang des Rheins schon immer vorgelebt hätten.

„Sieben Jahrzehnte Rheinland-Pfalz sind ein guter Grund, Rückschau zu halten, aber sie sollten auch Ansporn dafür sein, gemeinsam für die Demokratie in unserem Land zu streiten, damit Rheinland-Pfalz weiterhin ein Land im Herzen von Europa bleibt, in dem es sich zu leben lohnt“, betonte Hering abschließend und dankte allen, die an der Vorbereitung und Organisation des dreitägigen Kolloquiums beteiligt waren.