Frauen, Europa und Soziale Medien

Über 1.100 Jugendliche aus Rheinland-Pfalz haben am diesjährigen Schüler- und Jugendwettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung und des Landtages Rheinland-Pfalz teilgenommen. Herausgekommen sind dabei 246 Arbeiten, von denen die Besten Ende Mai prämiert wurden.

Diese Werke sind seit dieser Woche noch bis Ende Juni im Mainzer Abgeordnetenhaus in der Kaiser-Friedrich-Straße 3 öffentlich ausgestellt. Darunter befinden sich Werke aus den verschiedensten künstlerischen Bereichen, wie Texte, Skulpturen, Karikaturen sowie Musikalisches und Digitales.

Wie blickt junge Generation auf Themen?

Der Vizepräsident des rheinland-pfälzischen Landtages, Hans-Josef Bracht, eröffnete die Ausstellung und hob die Bedeutung des Wettbewerbs auch für die Politik hervor: „Die Politik hat ein großes Interesse daran zu sehen, wie junge Menschen auf aktuelle politische Themen unserer Zeit blicken, denn es geht dabei vor allem um ihre Zukunft“. Der Schüler- und Jugendwettbewerb sei dabei eine von vielen Möglichkeiten, diesen jugendlichen Blick künstlerische auszudrücken und zu vermitteln.

Vor diesem Hintergrund seien dann auch die diesjährigen Themen des Wettbewerbs zu sehen: Frauen verändern die Welt, Soziale Netzwerke - Fluch und Segen zugleich? und Leben in einem Europa der Regionen. Mit Blick auf 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland müsse man die Frage nach der heutigen Rolle der Frauen und den Stand der Gleichberechtigung verstärkt in den Fokus nehmen, betonte Hans-Josef Bracht. Und ebenso müsse Europa gestärkt und die vielfältigen Vorteile der Union, wie beispielsweise die Sicherung von Frieden und Wohlstand in den Vordergrund gerückt werden. Mit Blick auf die Sozialen Medien spielte der Landtags-Vizepräsident auf das inzwischen millionenfach angeklickte Video des Youtubers Rezo an: „Die Bedeutung der sozialen Medien erleben wir in der Politik aktuell auch selbst“.

Sonderpreise für herausragende Projekte

Mit dem Sonderpreis für eine musikalische Arbeit wurden Silke Becker und Thorsten Grasmück vom Eduard Spranger Gymnasium in Landau in der Pfalz ausgezeichnet. Sie haben in ihrer Brexit-Sonate die Hymnen Europas sowie Großbritanniens miteinander verbunden und mit Reden von Angela Merkel und Theresa May unterlegt.

Für die schulartübergreifend beste Klassenarbeit erhielt die BS.KBM der Berufsbildenden Schule Ahrweiler einen Sonderpreis. Sie hatten sich in ihrem Projekt Brexit und neuer Nationalismus – Europa vor dem Aus? den Auswirkungen eines Zerfalls der EU in deren Einzelstaaten und den damit verbundenen Veränderungen im persönlichen Leben gewidmet. „Ausbildungsübergreifende Projekte mit Großbritannien könnten bald schon nicht mehr möglich sein“, sagte eine der Gewinnerinnen des Preises.

Die Ausstellung im Mainzer Abgeordnetenhaus ist zwischen dem 4. und 28. Juni 2019 von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.