Wolf fühlt sich heimisch

Nachdem immer mehr Wölfe in Rheinland-Pfalz gesichtet und erste Tiere auch heimisch werden, will das Land in diesem Jahr ein „Wolfskompetenzzentrum“ einrichten. Das sagte Umweltministerin Ulrike Höfken im jüngsten Umweltausschuss des Landtags. Dort sollen Strukturen und das Management gebündelt werden. Der Schwerpunkt der Wolf-Populationen befinde sich im Schutzgebiet Westerwald. Die Zahl der gerissenen Nutztiere nehme nicht zu.

Nach den Worten von Ministerin Ulrike Höfken sei es sehr aufwändig, den Nachweis von Wölfen zu bestätigen. Die Tiere seien sehr beweglich. Im vergangenen Jahr seien 19 Sichtungen bestätigt worden, in diesem Jahr bisher zwei. Davon stammten alle bis auf zwei aus dem Wolf-Präventionsgebiet Westerwald. Im August 2019 konnte erstmals in der Gemarkung Bad Hönningen (Landkreis Neuwied) mit einer Wildtierkamera eine Wölfin mit fünf Jungen nachgewiesen werden. Im Präventionsgebiet Westerwald sind laut Höfken zum Schutz von Weide- und Gehegetieren rund 1.900 Hektar wolfssicher eingezäunt worden. Höfken betonte, dass die Zahl der Wolfssichtungen zwar zunehme, die Anzahl der gerissenen Nutztiere jedoch nicht. Im vergangenen Jahr seien fünf Fälle von Nutztierrissen durch Wölfe nachgewiesen worden. Bereits Anfang 2015 habe das Land einen Management-Plan zum Umgang mit Wölfen entwickelt, der dynamisch und unter Einbindung verschiedenster Akteure stetig weiterentwickelt werde.  

Auf Nachfrage der fraktionslosen Abgeordneten Gabriele Bublies-Leifert, erläuterte ein Experte aus dem Ministerium, dass auch Herdenschutzhunde integriert werden, um die vom Wolf ausgehenden Gefahren für Nutztiere zu reduzieren. Auf Nachfrage der CDU-Abgeordneten Marion Schneid, erläuterte Höfken, dass auch die errichteten Schutzzäune dazu beitragen, die Nutztierrisse durch Wölfe in Grenzen zu halten. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Baldauf wies darauf hin, dass es Unklarheiten gebe, in welchem Umfang Schutzzäune/Netze vom Land gefördert würden. Hierzu gebe es laut Umweltministerium eine Richtlinie und man gehe auch auf Wünsche der Tierhalter ein.