Wie geht „Aufholen nach Corona“?

Wie können Kinder, Jugendliche und deren Eltern in der Nach-Pandemie-Zeit verstärkt schulisch wie auch sozial unterstützt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bildungsausschuss insbesondere in seiner ersten ordentlichen Sitzung der neuen Wahlperiode. Im Fokus standen dabei die Maßnahmen des Landes sowie das bundesweite Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“.

Die Thematik wurde von der Landesregierung sowie von der Ampel-Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP auf die Tagesordnung gesetzt. Bildungsministerin Stefanie Hubig erläuterte, dass Kinder und Jugendliche unterschiedlich gut durch die Pandemie gekommen seien. Studien gingen davon aus, dass rund 20 bis 30 Prozent der jungen Menschen jedoch schulisch und/oder im privaten Umfeld während der Pandemie gelitten hätten. Das Land habe bereits im vergangenen Jahr ein breites Maßnahmenpaket aufgelegt, um Kinder und Eltern zu stärken. Die finanzielle Unterstützung konzentriere sich laut Hubig speziell auf Nachhilfe und die Kinder- und Jugendhilfe. So gebe es Lern- und Unterstützungsangebote in Kooperation mit den Volkshochschulen, Sport- und Bewegungsangebote, verstärkte Mittel für die Schulsozialarbeit, qualifizierte Hausaufgabenhilfe sowie vielfältige Betreuungsmöglichkeiten und Lernangebote in den Ferien. Die im vergangenen Jahr erfolgreich durchgeführte Sommer- und Herbstschule soll auch in diesem Jahr fortgesetzt und ausgebaut werden. Auch sollen Feriensprachkurse sowie digitale Nachhilfemöglichkeiten angeboten werden.

Schulisches und soziales Lernen

Sven Teuber (SPD) betonte, dass es nicht nur um das „Aufholen“ gehe, sondern vor allem auch um das Wiedererleben von Schulgemeinschaft, um individuelle Förderung wie auch um die Unterstützung von Familien insgesamt. Pia Schellhammer, parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, sagte, dass das schulische wie auch das außerschulische Lernen im Zentrum der Maßnahmen stehen müsse. Für sie sei zudem wichtig, Lehrkräfte im Bereich der pädagogischen Diagnostik weiter zu qualifizieren. Jenny Groß (CDU) erklärte, dass Bund und Land alle finanziellen Möglichkeiten zur Unterstützung von Kinder und Jugendlichen ausnutzen sollten und hakte nach, wie es mit der Förderung der Schulsozialarbeit in drei Jahren aussehe. Ihre Fraktionskollegin Anke Beilstein hob hervor, dass der Fokus auf den Bildungsbereich gelegt und Lernrückstände aufgearbeitet werden müssten. Thomas Barth, ebenfalls CDU-Fraktion, fragte nach, wie sichergestellt werde, dass die Hilfe auch bei denen ankomme, die sie benötigten, da die Programme auf Freiwilligkeit beruhten.

Bildungsministerin Stefanie Hubig machte deutlich, dass es sich bei den Programmen von Bund und Land nicht um reine Lern- und Aufholprogramme handele. Eine wissenschaftliche Kommission, welche die Kultusministerkonferenz berate, habe empfohlen, sich auf schulische Übergänge zu konzentrieren, wie beispielsweise von der Grundschule zu weiterführenden Schulen. Ebenso solle man sich auf Kinder aus sozial schwächeren Familien und auf die Stärkung von Basiskompetenzen konzentrieren. Sie dankte den Kommunen für die gute Zusammenarbeit beispielsweise bei der Durchführung der Ferienschule oder beim Umsetzen des Digitalpakts. Die Schulsozialarbeit solle perspektivisch ausgebaut werden.

Neues Schuljahr/Luftfilteranlagen

Auf Antrag der CDU-Fraktion informierte die Bildungsministerin über die Vorbereitungen auf das kommende Schuljahr 2021/2022. Ein Schwerpunkt sei eine Lernstandserhebung. Hierzu sollen Schulen Online-Tools angeboten, Elterngespräche und Feedbackgespräche geführt werden. Stefanie Hubig betonte, dass alles drangesetzt werde, dass Präsenzunterricht möglich ist. Da Anfang Juli auch alle Lehrkräfte vollständig geimpft seien, gehe man auch mit anderen Voraussetzungen in das neue Schuljahr. Die Schulen sollen geöffnet bleiben, da dort auch vergleichsweise weniger Übertragungen des Virus stattfanden.

Zum Thema „Luftfilteranlagen in Schulen“ (CDU-Antrag) erklärte Stefanie Hubig, dass viele Fachleute das sachgerechte Fensterlüften als beste Methode für einen effizienten Luftaustausch ansehen würden. Wenn in bestimmten Räumen nicht vollständig gelüftet werden könne, machten mobile Lüftungsanlagen Sinn. Hierzu gebe es auch ein Förderprogramm des Landes. Für die Beschaffung von Lüftungsanlagen sei generell der jeweilige Schulträger verantwortlich.

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