Was passiert, wenn ein Impfstoff da ist?

In der jüngsten Sitzung der Enquete-Kommission „Corona-Pandemie“ haben sich die Abgeordneten insbesondere mit Fragen rund um eine Impfung gegen das Coronavirus befasst.

Staatssekretär Alexander Wilhelm hält aktuelle Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen angesichts steigender Infektionszahlen und Patientenzahlen in den Krankenhäusern weiterhin für notwendig. Die Landesregierung habe Maßnahmen eingeleitet, um eine stationäre Behandlung sicherzustellen, so Wilhelm. Der Schwerpunkt liege hierbei auf dem Ausbau von Beatmungsplätzen, geschultem Personal und der Anschaffung von Beatmungsgeräten. Außerdem wolle man örtliche Testzentren einrichten, wovon einige bereits in Betrieb seien.

Wo wird geimpft?

Für den Fall, dass künftig ein zugelassener Impfstoff vorliege, werde Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit den Kommunen 36 regionale Impfzentren einrichten. Diese sollen durch mobile Impfteams ergänzt werden. Aus Sicht des Staatsekretärs gehe man davon aus, dass bis Ende des Jahres einer oder mehrere zugelassene Impfstoffe zur Verfügung stünden. Das Ziel des Impfstoffes sei, besonders schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern. Der Bund sei aufgefordert, eine für Bund und Länder einheitliche, rechtssichere und gesellschaftlich tragbare Priorisierung bei der Durchführung der Impfungen vorzulegen. Bis Mitte Dezember sollen notwendige Strukturen geschaffen werden, um unverzüglich mit dem Impfen beginnen zu können. Grundlage hierfür sei eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte Impfstrategie. Auf Nachfrage von Kathrin Anklam-Trapp (SPD) erläuterte Staatssekretär Alexander Wilhelm, dass Rheinland-Pfalz frühzeitig eine ausreichende Zahl an Impfkits beschafft habe, um Impfungen großflächig durchführen zu können. Hedi Thelen (CDU) hob hervor, dass der Impfstoff auf etwa -70 Grad Celsius gekühlt werden müsse und erkundigte sich vor diesem Hintergrund nach der praktischen Verteilung des Impfstoffs an die Impfzentren. Der Bund werde den Impfstoff an etwa 60 Anlieferungsstellen ausliefern, von der eine in Mainz sein werde, sagte Alexander Wilhelm. Von dort werde der Impfstoff an die Impfzentren verteilt.

Wer impft? Was wird geimpft?

Steven Wink (FDP) wollte wissen, wer die Impfungen durchführe und inwieweit die zu erwartende hohe Nachfrage personell bewältigt werden könne. Aus Sicht des Staatssekretärs sei es schwierig einzuschätzen, wie viele Anmeldungen zur Impfung erfolgten, da diese auf freiwilliger Basis geschehe. Hierfür solle es ein Terminvergabesystem geben, um überflüssige Warteschlangen zu vermeiden. Grundsätzlich sei jede medizinische Fachkraft berechtigt zu impfen. Christoph Gensch (CDU) wies darauf hin, dass man es jährlich schaffe, etwa 20 Millionen Influenzaimpfungen zu verabreichen. Sylvia Groß (AfD) erkundigte sich nach der Zusammensetzung des Impfstoffes. Laut Professor Philipp Zanger vom Landesuntersuchungsamt werde es sich voraussichtlich um einen mRNA-Impfstoff handeln, der vor einem schweren Krankheitsverlauf, aber nicht vor einer Infektion schützen werde. Staatssekretär Alexander Wilhelm betonte, dass die Nachricht über einen möglichen Impfstoff zwar erfreulich sei. Dennoch werde die Pandemie weiterhin von der Bevölkerung Rücksicht und Disziplin verlangen.