Vortrag „Bauen im Denkmal“ im Plenarsaal

„Ein altes Gebäude zu sanieren birgt eine Menge an Herausforderungen und Überraschungen“, so Professor Claus Anderhalten, Architekt und Fachpreisrichter im Preisgericht des Architektenwettbewerbs zur Sanierung des Landtagsgebäudes.

„Oft muss der Bauherr überzeugt werden, dass ein Gebäude die Spuren seiner Geschichte behalten darf.“ Diese Herangehensweise erläuterte der Berliner Architekt an einer Fülle von Beispielen aus seiner beruflichen Praxis.

So fand sein Architektenteam beim Umbau der Akademie der Künste in Berlin hinter Wandschirmen aus den 50-er Jahren eine Wandverkleidung mit klassizistischen Pilastern und Kapitellen mit Einschüssen aus dem Zweiten Weltkrieg. Erfolgreich setzte er sich dafür ein, dass die Kriegsspuren in der Wandverkleidung sichtbar bleiben konnten. „Man muss das historische Gebäude respektieren, ohne einer Konfrontation mit der aktuellen Architektursprache aus dem Weg zu gehen“, führte Anderhalten weiter aus.

In diesem Sinne empfahl er einen respektvollen Umgang mit der äußerlich noch vollständig vorhandenen Bausubstanz im Mainzer Deutschhaus. Den Verantwortlichen des Landtags wünschte er bei der bevorstehenden Sanierung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Architekten, die das Preisgericht in der zweiten Wettbewerbsstufe im Frühjahr auswählen wird.