Von der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Mit dem Frauenwahlrecht, dem eigenen Ururgroßvater und weiteren vielfältigen Themen befassten sich rheinland-pfälzische Schülerinnen und Schüler beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Bei der Landespreisverleihung im Interimsplenarsaal des Landtags wurden 36 der 143 eingereichten Projekte ausgezeichnet. Der Geschichtswettbewerb ist ein Gemeinschaftsprojekt von Körber-Stiftung und Bundespräsidialamt, mit dem Ziel Kinder und Jugendliche für Geschichte zu begeistern.

Landtagsvizepräsident Hans-Josef Bracht erklärte, die Auseinandersetzung mit der Geschichte sei elementar für Gegenwart und Zukunft. Mit dem diesmaligen Thema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ erinnere der Geschichtspreis daran, dass Demokratie nicht von alleine existieren könne, wichtig sei das beständige Engagement der Gesellschaft.

Bildungsministerin Stefanie Hubig freute sich, dass Rheinland-Pfalz, mit über 140 Einreichungen, zu den drei aktivsten Bundesländern gehört. Die Mühe, die die Jugendlichen in ihre Geschichtsprojekte investiert hätten, sei lohnenswert, nur „wer Geschichte, Entwicklungen und Zusammenhänge kennt, kann verstehen, wie unsere Gesellschaft funktioniert“, erklärte die Bildungsministerin.

Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Kröber-Stiftung, ergänzte, der Wettbewerb rege an, etwas über die eigene Familiengeschichte zu erfahren. Der Preisträger Oskar Herdina hatte sich beispielsweise mit dem Leben seines Ururgroßvaters beschäftigt und dieses in einem Stop-Motion Film nacherzählt. „Am besten gefallen hat mir, dass ich etwas über meinen Ururopa lernen konnte und über die Zeit in der er gelebt hat.“, berichtete der Sechstklässler.

Bei dem seit 1973 stattfindenden Wettbewerb, wurden 2019 in Rheinland-Pfalz 18 Preise für den Landessieg (je 250 Euro) und 18 Förderpreise (je 100 Euro) an Schülerinnen und Schüler vergeben. Das Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasium erhielt den Preis als landesbeste Schule (1000 Euro). Im November werden die Bundessieger in Berlin durch den Bundespräsidenten geehrt. Der Geschichtswettbewerb ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland und wird in einem zweijährigen Turnus, zu wechselnden Themen, ausgeschrieben.