Vom Hörsaal in den Plenarsaal

„Verhandeln, Vermitteln und Kommunizieren“, so lautete der Titel der ersten „Spring School“ des rheinland-pfälzischen Landtags in diesem Frühjahr. In einem dreitägigen Planspiel, das in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau stattfand, schlüpften Lehramtsstudierende in die Rolle von Abgeordneten sowie Journalisten und erlebten den parlamentarischen Alltag aus erster Hand.

Der größte Teil der Studierenden übernahm dabei die Aufgaben von Abgeordneten und fand sich in Fraktionen und Ausschüssen zusammen. Anhand eines Gesetzentwurfs über die Gründung eines rheinland-pfälzischen Elitegymnasiums lernten sie parlamentarische Abläufe und die oft aufwändigen wie langwierigen Wege zu Entscheidungen hautnah kennen. Dabei rangen sie – wie echte Landtagsabgeordnete – um Kompromisse und Mehrheiten.

Eine kleinere Gruppe der Studierenden übernahm die Rolle der landespolitischen Korrespondenten der Medien. Sie berichteten via Twitter über Fortschritte und Probleme der Mehrheitsfindung sowie über „waschechte Skandale“, etwa dem (geplant) unerwarteten Fraktionswechsel eines Abgeordneten. Am Ende des Planspiels – nach zwei hitzigen Lesungen – gab das studentische Parlament im Interimsplenarsaal in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums grünes Licht für die Gründung einer staatlichen Schule für Hochbegabte.

Politisches Rahmenprogramm

Das Planspiel wurde begleitet von einem politischen Rahmenprogramm. Beim „Kamingespräch“ in einer Mainzer Weinstube beantworteten Landtagspräsident Hendrik Hering und ZDF-Journalist Matthias Fornoff den Studierenden alle Fragen rund um das Thema „Wie funktioniert Politikvermittlung im digitalen Zeitalter?“. Moderiert wurde das Gespräch von Professorin Manuela Glaab von der Universität Koblenz-Landau. Dabei interessierten sich die Teilnehmenden besonders für die Chancen von Demokratiebildung in sozialen Netzwerken sowie für die Zukunft des Fernsehens in Zeiten von Facebook und Co. Zur Spring School gehörte auch der Workshop „Reden schreiben“. Hier lernten die Studierenden – ganz im Sinne des Themas „Verhandeln, Vermitteln und Kommunizieren“ – auf was es bei einer guten Rede stilistisch und inhaltlich ankommt. Erfahrungen, die sie in ihren eigenen Plenarreden direkt in die Tat umsetzen konnten.