Über 100.000 Impfdosen wöchentlich ab April

Ab April soll Rheinland-Pfalz wöchentlich rund 110.000 Impfdosen unterschiedlicher Hersteller erhalten. Für die Regionen im Grenzgebiet zu Frankreich erhält Rheinland-Pfalz nochmals zusätzlich 20.000 Impfdosen. Hierüber informierte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in dieser Woche per Videokonferenz den Gesundheitsausschuss des Landtags. Neben Impfungen und Testungen standen die geplanten Corona-Modellregionen im Mittelpunkt.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erläuterte, dass bis dato rund 565.000 Impfungen in Rheinland-Pfalz durchgeführt worden seien. Rund 10 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz seien erstgeimpft, insbesondere die besonders gefährdeten Personengruppen. In der Prioritätengruppe 1 (u.a. über 80-Jährige, Pflegepersonal) stünden noch 20.000 Impfungen im Terminpool aus. In der Prioritätengruppe 2 (u.a. über 70-Jährige, Polizei, Grundschullehrkräfte, ErzieherInnen) hätten sich aktuell 370.000 Personen im Terminpool registriert. Ausgeweitet würden die Testungen in Hausarztpraxen.

Landesweit steige der Sieben-Tage-Inzidenzwert der Corona-Neuinfektionen und liege mit Stand vom 23. März 2021 bei 79,8. Bei Infektionen durch einen mutierten Coronavirus werde fast ausschließlich die britische Variante diagnostiziert. Derzeit befänden sich 406 Corona-Infizierte zu einer Behandlung in einer Klinik, 84 würden künstlich beatmet. Insgesamt würden 1.600 Intensivbetten vorgehalten, informierte Bätzing-Lichtenthäler.Inzwischen gebe es flächendeckend die Möglichkeit, sich mindestens einmal pro Woche in einer der gegenwärtig 594 registrierten Teststellen wie Apotheken, kommunale Testzentren oder Arztpraxen testen zu lassen. In dieser Woche starte eine große Drogeriemarktkette an drei Standorten mit Testungen, die dann auf 128 Filialen landesweit ausgeweitet werden sollen.

Modellregionen können sich bewerben

Bätzing-Lichtenthäler wies darauf hin, dass sich die Landesregierung mit den Kommunen in Gesprächen befinde, wie mögliche Lockerungen in einzelnen Kommunen im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Modellprojekts durchgeführt werden könnten. Hierbei soll in ausgewählten Modellregionen mit einer Sieben-Tage- Inzidenz von unter 50 Corona-Neuinfektionen erprobt werden, wie mit Testen, Impfen, Kontaktnachverfolgung und der Analyse von Infektionswegen Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermieden werden könnten, ohne alles zu schließen. Nähere Informationen hierzu und zu den einzelnen Kriterien seien zu finden auf der Internetseite der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz unter https://ea-rlp.de/.

Sven Teuber (SPD) lobte, dass Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich sehr schnell mit den Impfungen vorankäme, auch wenn man insgesamt natürlich noch zu langsam sei. Wichtig sei, die Akzeptanz von Politik im Blick zu behalten. Fraktionskollegin Kathrin Anklam-Trapp hob ihre Sorge um die Mutationen hervor und die Gefahren auch für junge Menschen. Das Projekt der Modellregionen sei ein wichtiger Weg zurück in die Normalität. Michael Wäschenbach (CDU) erkundigte sich nach den Impfungen von chronisch kranken Menschen und nach den Impfabläufen für Menschen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, beispielsweise in Behinderteneinrichtungen. Bätzing-Lichtenthäler verwies darauf, dass die Impfungen dort oftmals in Eigenorganisation und im Zusammenschluss mehrerer Einrichtungen abgewickelt würden. Aber auch mobile Teams kämen in Frage.

Ausschussvorsitzende Hedi Thelen (CDU) hakte insbesondere zum aktuellen Stand bei den Apps zur Kontaktnachverfolgung nach. Bätzing-Lichtenthäler informierte, dass Rheinland-Pfalz gemeinsam mit einigen anderen Bundesländern die Luca-App beschaffen wolle. Auf Nachfrage von Steven Wink (FDP) berichtete die Gesundheitsministerin, dass Impfdosen nur in absoluten Ausnahmefällen entsorgt werden müssten. Die Regel sei, alles zu verimpfen, was vorhanden ist.

Die nächste Sitzung des Gesundheitsausschusses findet am 28. April 2021 statt