Stirbt der Riesling aus?

Klimawandel, Höfesterben und Digitalisierung stellen die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz wie auch bundesweit vor große Herausforderungen. Beim parlamentarischen Abend der Landwirtschaftskammer ging Landtagspräsident Hendrik Hering auf die veränderten Rahmenbedingungen ein und nannte Lösungsansätze, um die Landwirtschaft als wichtigen Wirtschaftsfaktor zu stärken.

„Wir erleben seit Jahrzenten ein Sterben der Höfe“, erklärte Hendrik Hering. „1990 gab es noch 51.000 Betriebe, 2010 nur noch 21.000, inzwischen sind wir bei 17.000 angelangt.“ Die Gründe dafür seien vielfältig. Eine sinkende Ertragslage bei gleichzeitig steigenden Investitionskosten belastete die Landwirtschaft. Gleichzeitig seien internationale Handelsabkommen nicht immer zu deren Vorteil. Berlin und Brüssel müssten sich für die Interessen der bäuerlichen Betriebe einsetzen. Auch Direktzahlungen könnten unverzichtbar sein, um Einkommen zu sichern.
Auch der menschengemachte Klimawandel wirke sich zuallererst auf die Landwirtschaft aus. Die immer früher einsetzende Blüte von Obstbäumen, erhöhe das Risiko ausfallender Ernten durch Frostschäden. Auch Extremwetterlagen und Schädlingsbefall schmälerten die Erträge in den vergangenen Jahren merklich. Selbst die Zukunft des Rieslings in Rheinland-Pfalz sei fraglich.  

Leistungen der Landwirtschaft honorieren

„Die Gesellschaft als Ganzes muss sich der Bekämpfung des Klimawandels stellen. Wir benötigen einen gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Maßnahmen und die Verteilung der Lasten“, betonte Hendrik Hering. Forst- und Landwirtschaft erbrächten Leistungen für alle. Sie bildeten CO2-Senken, sie sorge für Artenvielfalt, Pflege von Kulturlandschaften und Umweltschutz. Diese Leistungen müssten honoriert werden, sagt Hendrik Hering.
Schließlich sei es auch die Digitalisierung, die der Landwirtschaft Chancen böte. So gebe es neue Möglichkeiten, hohe Umweltweltstandards einzuhalten beispielsweise durch ein verbessertes Düngemanagement, einen optimierten Ressourceneinsatz und schonende Bearbeitung von Böden. Und auch der Verbraucher müsse als Verbündeter gewonnen werden beispielsweise durch eine verstärkte und konsequente Konzentration auf Qualität, wie es im Weinbau bereits gelungen ist.