Ruanda kämpft gegen dritte Welle

Während sich in Deutschland und Rheinland-Pfalz die Pandemiesituation entspannt hat, kämpft das afrikanische Partnerland Ruanda gegen die dritte Welle. Im jüngsten Europaausschuss befassten sich die Abgeordneten unter anderem mit der Corona-Lage in Afrika und insbesondere in Ruanda.

Michael Maurer vom Ministerium des Innern und für Sport informierte, dass in Ruanda gegenwärtig lediglich vier Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Erst für Ende 2022 prognostiziere die ruandische Regierung eine Impfquote von 60 Prozent. Aktuell sei die dritte Infektionswelle in Ruanda angekommen mit 800 bis 1.000 Infizierten pro Tag. Ruanda habe aktuell insgesamt 37.384 Infizierte und 521 Sterbefälle zu beklagen. Ein Schnelltest koste in Ruanda zurzeit rund 50 US-Dollar. Auch die Versorgung des Landes mit Impfstoffen gestalte sich schwierig. Somit seien kostenlose Schnelltests und eine bessere Versorgung mit Impfstoffen vordringlichstes Ziel. Es gebe Pläne, in Ruanda eigene Produktionsstätten für die Impfstoffherstellung einzurichten, jedoch sei dieses Vorhaben noch nicht über die Planungsphase hinaus.

Belastungen für ruandische Wirtschaft

Die erste Pandemiewelle 2020 sei in Ruanda laut Michael Maurer verzögert angekommen. Trotzdem habe die Regierung mit schnellen und harten Maßnahmen reagiert und die Infektionszahlen dadurch niedrig gehalten. Auch seien nur wenige Sterbefälle aufgetreten. Mit Hilfe der rheinland-pfälzischen Landesregierung sei ein Corona-Hilfsfonds aufgelegt worden, um Ruanda – und hier besonders die Bildungseinrichtungen – zum Beispiel mit Desinfektionsmittelspendern und weiteren medizinischen Hygieneprodukten zu unterstützen.

Trotz der relativ niedrigen Infektionszahlen – in Ruanda habe es lediglich durchschnittlich 60 Infizierte pro Tag gegeben – seien die Wirtschaft insgesamt und die Rohstoffmärkte im Besonderen enorm belastet worden. Seither habe sich die wirtschaftliche Situation des Landes weiter verschärft. Auf die Frage der SPD-Abgeordneten Heike Scharfenberger, wie man sich die Infrastruktur für Impfungen in Ruanda vorstellen müsse, erläutert Michael Maurer, dass es Impfzentren wie in Deutschland in Ruanda nicht gebe. Deutschland habe bislang insgesamt 2,2 Milliarden Euro in einem Corona-Hilfsfonds zur Verfügung gestellt. Der Großteil des Betrags gehe an die Impfstoffplattform COVAX. Die EU habe im Jahr 2020 wesentlich mehr Impfstoffdosen bestellt, als letztlich benötigt würden. Aus diesem Grund komme es demnächst zu einem Überschuss. COVAX sei mithilfe des Hilfsfonds in der Lage, für ärmere Länder wie Ruanda zusätzliche Impfstoffe zu beschaffen und die Dosen fair zu verteilen.

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