Pharmastandort Rheinland-Pfalz sichern

Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt hat beim Parlamentarischen Abend der chemisch-pharmazeutischen Industrie Ende Oktober im Mainzer Landesmuseum die Bedeutung der Branche für Rheinland-Pfalz hervorgehoben. Sie bilde den größten industriellen Sektor des Landes.

„Die gesamte chemische Industrie bietet mehr als 70.000 Arbeitsplätze. Die pharmazeutischen Unternehmen allein erwirtschaften fast 4,5 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigten annähernd 12.000 Mitarbeiter“, erläuterte die Vizepräsidentin. Um diese Arbeitsplätze zu erhalten, müsse Rheinland-Pfalz den Schutz von Patenten sowie eine aktive Industrie- und Standortpolitik fokussieren.

Es sei wichtig, dass Forschung, Entwicklung und Produktion weiterhin ihr Zentrum im Land hätten. Denn im internationalen Wettbewerb könne Deutschland nur mit innovativen Industrien bestehen. Auch die Verbraucher profitierten davon, sie könnten der Produktsicherheit von in Deutschland hergestellten Medikamenten vertrauen.

Skepsis gegenüber Impfungen und Gentechnik

Man müsse jedoch auch über die Skepsis gegenüber der chemisch-pharmazeutischen Industrie sprechen. Es gebe Gruppen in der Bevölkerung, die eine irrationale Angst vor Impfungen hätten, sagte Astrid Schmitt. Die Erfolge, etwa beim Schutz vor den teilweise tödlichen Folgen von Kinderkrankheiten, führten zu Sorglosigkeit, da man deren Risiken heute nicht mehr kenne.

Beim Thema Gentechnik habe die pharmazeutische sowie chemische Industrie eine Bringschuld. Sie müssten Transparenz herstellen, die es Politik und Bevölkerung ermöglichten, eine verantwortungsvolle Risikoabschätzung vorzunehmen. Dabei sei auch die Politik in Land und Kommunen gefordert, die Bürger in ihrem Informationsbedürfnis zu unterstützen. Auch der Parlamentarische Abend könne hierzu einen Beitrag leisten.