Neueste Erkenntnisse zur Schutzwirkung von Gewässerrandstreifen

In Anbetracht zunehmender Extremwetterereignisse und zahlreicher Herausforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist die Schutz- und Pufferwirkung von Gewässerrandstreifen (GRS) ein zentraler Baustein, heißt es in einem Sprechvermerk des fachlich zuständigen Ministeriums. GRS dienten nicht nur zum Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen, sondern stellten zudem ein wichtiges Ziel der Umweltverwaltung dar. Ein ausreichend breiter GRS könne insbesondere in der freien Landschaft einen wirksamen Puffer zwischen der landwirtschaftlichen Nutzung und dem Gewässer schaffen.

 

Naturnahe GRS leisteten auch einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, indem sie für ein früheres Ausufern bei hohen Abflüssen sorgen (Retentionsräume). Sie wirkten mit ihren Strukturen als hydraulische Bremse. Seien Ufergehölze in GRS ausgebildet, so verringerten diese zusätzlich den Eintrag von Schad- und anderen Stoffen durch Wind.

Eine weitere wichtige Funktion der GRS mit standortgerechten Gehölzen sei der Eintrag von organischem Blattmaterial als Nahrungsgrundlage für im und am Wasser lebende Tier- und Insektenarten. Auch diene ein naturnaher, mit Gehölzen bestandener GRS der Sicherung der Lebensverhältnisse im Bach und Fluss durch einen Temperaturausgleich. Gehölzbestandene Gewässer wiesen im Frühjahr oder Sommer eine bis zu ca. 5-6 °C geringere Wassertemperatur auf als gehölzfreie Strecken. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der auch in Rheinland-Pfalz aufgrund der Klimaveränderungen zu erwartenden Luft-Temperaturerhöhungen im Sommer relevant. Die flächendeckende Einrichtung von gehölzbestandenen GRS trage zum nachhaltigen Schutz der heimischen Fließgewässerarten bei und mache Gewässer anpassungsfähiger gegenüber den Klimaveränderungen. Es sei Ziel der Landesregierung, wo immer möglich Flächen für die Einrichtung gewässertypspezifischer GRS (z.B. Auen) zu erwerben.