Neue Phase in Corona-Pandemie

Mit den aktuellen Entwicklungen und Perspektiven in der Corona-Pandemie haben sich die Abgeordneten im jüngsten Gesundheitsausschuss beschäftigt. Im Zentrum stand dabei der Fortschritt beim Impfen.

Gesundheitsminister Clemens Hoch sieht gegenwärtig „mehr als einen Silberstreif am Horizont“ und vieles spreche für einen relativ unbeschwerten Sommer. Ungeachtet dessen beobachte man das Infektionsgeschehen natürlich weiterhin genau. Man trete nun in eine neue Phase ein, in welcher es voraussichtlich mehr Impfstoff als Impfwillige gebe. Rund 3,8 Millionen Impfstoff-Spritzen seien in Rheinland-Pfalz bisher verabreicht worden, 1,6 Millionen seien hierzulande bereits zweitgeimpft. Bis Ende Juli sollen alle Impfwilligen einen Termin erhalten, sagte Clemens Hoch. Besondere erfreulich sei, dass man in der Altersgruppe der über 60-Jährigen von einem Gemeinschutz sprechen könne, da über 86 Prozent geimpft seien. Hinzugerechnet werden müssten dann noch die Corona-Genesenen. Es gehe in dieser Phase der Pandemie darum, noch mehr Menschen vom Sinn und Zweck einer Corona-Schutzimpfung zu überzeugen. Gesundheitsminister Clemens Hoch betonte, dass das Land nun auch verstärkt auf aufsuchende Impf-Aktionen setze, beispielsweise durch „Impf-Busse“ oder durch Stadtteil-Impfungen. Auch in Rheinland-Pfalz beherrsche die Delta-Variante des Coronavirus mit rund 54 Prozent der in den vergangenen 14 Tagen sequenzierten Proben das Infektionsgeschehen.

Auch Michael Wäschenbach (CDU) blickte zuversichtlich in die Zukunft. Er hakte nach, inwieweit das Land aufgrund der Vielzahl an Absagen von Terminen in Impfzentren das Nachrückersystem optimieren wolle. Ebenso wollte er wissen, wie die Gesundheitsämter im Zusammenhang mit einer Corona-Nachverfolgung aufgestellt seien und ob man auch Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot mache. Kathrin Anklam Trapp (SPD) erkundigte sich, inwieweit eine dritte Impfung notwendig sei und welche zukünftigen öffentlichen Testmöglichkeiten es insbesondere im ländlichen Raum gebe. Jan Bollinger (AfD) sagte, dass Eltern entscheiden sollten, ob ihre Kinder geimpft werden sollten und hakte nach, welche Gründe es für die Masken- und Testpflicht in Fitnessstudios gebe. Sven Teuber (SPD) wollte wissen, wie der Sachstand beim digitalen Impfpass ist. Sein Fraktionskollege Oliver Kusch plädierte dafür, sich bei den Impfungen von Kindern an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu halten. Wichtig sei, dass neben den Eltern aber auch das Kind mitbestimmen sollte. Christoph Gensch (CDU) verwies auf die Vorteile von Kreuz-Impfungen mit verschiedenen Präparaten und hakte nach, wie das Land die Impfbereitschaft weiter erhöhen wolle. Steven Wink (FDP) erkundigte sich, welche Impfungen für Corona-Genesene notwendig seien.

Gesundheitsminister Clemens Hoch erläuterte, dass aufgrund hoher Überbuchungen in Impfzentren die hohen Absagequoten weitgehend ausgeglichen werden könnten. Bei den Impfungen von Kindern und Jugendlichen orientiere sich das Land an den Empfehlungen der Stiko. Auch bei doppelt mit Astra Zeneca-Geimpften sei ein guter Impfschutz vorhanden und keine dritte Impfung notwendig. Bei den unter 18-Jährigen seien gegenwärtig 3,5 Prozent im Land geimpft. In Fitnessstudios gelten bis auf Weiteres die aktuellen Hygienebestimmungen. Clemens Hoch stellte klar, dass eine Testpflicht nicht für Personen gelte, die bereits den vollständigen Impfschutz hätten. Bei Personen, die von einer Corona-Infektion genesen sind, reiche auf Grundlage der Stiko-Empfehlungen eine Impfung