Landesmuseum Mainz: Neue kulturelle und politische Landmarke

Das neu zu schaffende „Mainzer Museumscarré“ in der Großen Bleiche soll kulturelle Highlights und politische Bildung zukünftig im Mainzer Landesmuseum gemeinsam unter einem Dach vereinen. Das unterstreichen das Kulturministerium und die rheinland-pfälzische Landtagsverwaltung in einer gemeinsamen Erklärung.

Dabei soll das Landesmuseum als Ganzes und die Steinhalle im Besonderen zu einer attraktiven Landmarke in Mainz weiterentwickelt werden. Der Landtag hatte seit 2016 während der nachhaltigen Sanierungsarbeiten im Deutschhaus am Rhein in der Steinhalle des Landesmuseums getagt. Hierfür wurde die Steinhalle saniert und das Plenarrund im Original in den Räumlichkeiten des Museums aufgebaut. Dies soll dort auch in Zukunft verbleiben, um einen Ort der politischen Bildung zu schaffen. Über diese Vorstellungen des Landtags hatte Landtagspräsident Hendrik Hering im August 2019 informiert. Gleichzeitig sollen aber auch weiterhin bedeutende Ausstellungsstücke in der Steinhalle Raum finden und das Museum mit einem neuen Raum- und Ausstellungskonzept weiterentwickelt werden.

Hendrik Hering betonte: „Geschichte und Gegenwart sollen im neuen Museumscarré für Besucherinnen und Besucher auf einzigartige Weise erlebbar werden. Mit einem „Reallabor Demokratie“ schaffen wir einen neuen Raum, der die moderne parlamentarische Demokratie für alle Altersgruppen erfahr- und begreifbar macht sowie die Möglichkeiten bietet, diese weiterzuentwickeln. Damit wollen wir für die Demokratie begeistern! Denn gerade in diesen Zeiten erleben wir, dass sie für unsere freiheitliche Gesellschaft von unschätzbarem Wert ist.“

Kulturminister Konrad Wolf sagte: „Wir stehen vor der spannenden Herausforderung, das Landesmuseum Mainz mit seinen bedeutenden Sammlungen in einer neu zu konzipierenden Dauerausstellung zeitgemäß und attraktiv aufzustellen. Parallel zum Neustart des Museums in der Steinhalle bietet die Initiative des Landtages, ein Reallabor Demokratie einzurichten, die Chance, mit dem Museumscarré Mainz einen Ort der Vermittlung und kulturellen Begegnung zu schaffen. Dessen Stärke liegt in den Synergien der Angebote beider Partner.“

Ausgangspunkt der gemeinsamen Überlegungen war die Absicht des Landtags, die Steinhalle nach der mehrjährigen Zwischennutzung als Plenarsaal zu einem „lebendigen Ort der Demokratie“ und der politischen Bildung zu machen. Dazu soll das originale Plenargestühl erhalten bleiben. Die künftigen Angebote des Landtags in der Steinhalle firmieren unter dem Begriff „Reallabor Demokratie“: dieser Experimentierraum versammelt bestehende und neue Vermittlungsangebote der politischen Bildung, Veranstaltungen und Konferenzen sowie Workshops und Seminarangebote mit Bezug zur Arbeit des Landtags. „Der Landtag schafft damit einen neuen Ort der politischen Bildung und des gesellschaftlichen Austausches, an dem Lust auf die freiheitliche Demokratie geweckt wird“, sagte Hendrik Hering.

Im Vordergrund steht dabei auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie eine gemeinschaftliche Nutzung der Steinhalle durch Landtag und Landesmuseum. Parallel zu den Überlegungen für die gemeinsame Nutzung der Steinhalle, arbeitet die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) an der Neukonzeption des Landesmuseums Mainz. Dabei spielt die Präsentation des römischen Erbes, zu dem neben den römischen Grabsteinen und Bögen auch wesentlich die Integration der restaurierten Jupitersäule gehört, bei diesen Überlegungen inhaltlich und räumlich eine zentrale Rolle. Sie ist aber nicht zu trennen von anderen Themen, die zukünftig stärker in den Fokus rücken sollen, wie das „jüdische Mainz“ oder die Einrichtung eines Kindermuseums. Zu den konzeptionellen und didaktischen Überlegungen, Schwerpunktsetzungen und möglichen gestalterischen Umsetzungen läuft derzeit die interne Abstimmung. Bei den konzeptionellen Überlegungen sollen auch Freundeskreis und Verbände einbezogen werden.

„Gesellschaftliche Veränderungen und neue Technologien verändern die Erwartungen der Besucherinnen und Besucher an Museen. Wir möchten die Chance nutzen, neben der Neuinszenierung der römischen Objekte auch die anderen bedeutenden Sammlungen wie beispielsweise der Vorgeschichte, des Barock oder auch des Kunsthandwerks neu aufzustellen. Wir möchten, dass das Mainzer Landesmuseum zu einem lebendigen Ort des kulturellen Austauschs wird“, so Dr. Heike Otto, Generaldirektorin der GDKE.  Durch die angestrebte gemeinsame Nutzung der Steinhalle sollen sowohl attraktive politische und kulturelle Vermittlungsformate als auch eine angemessene Inszenierung der hier platzierten archäologisch und historisch bedeutenden Ausstellungsstücke ermöglicht sowie der Eindruck des herausragenden Ortes erlebbar gemacht werden.

Derzeit erarbeitet eine Arbeitsgruppe aus Landtag, Kulturministerium und GDKE die gemeinsamen Anforderungen an den Innenausbau der Steinhalle sowie die künftige Organisationsstruktur. In einem nächsten Schritt wird die Arbeitsgruppe bis Herbst dieses Jahres ein detailliertes Gestaltungskonzept für die Steinhalle erarbeiten, um den unterschiedlichen Funktionen der alten und neuen Räume gerecht werden zu können.