Kein Wegducken bei Rassismus in Betrieben

Beim parlamentarischen Abend der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Rheinland-Pfalz hat Landtagspräsident Hendrik Hering die gute Zusammenarbeit von Politik und Handelskammern gelobt und an deren gesellschaftliche Verantwortung erinnert.

Für die Politik seien die Kammern ein wichtiger Ansprechpartner. In ihnen bündelten sich Kompetenz sowie die Interessen der Wirtschaft, sagte Landtagspräsident Hering in seinem Grußwort. Allerdings seien die Handelskammern mehr als eine bloße Interessensvertretung. Ihnen käme wegen ihrer privilegierten Stellung eine gesellschaftliche Verantwortung zu.

„Auch wenn Unternehmen nicht demokratisch gewählt werden, so sind sie doch keine unpolitischen Räume“, erklärte Hendrik Hering. „Sie müssen die Werte leben, die unsere demokratische Gesellschaft ausmachen, niemand kann sich auf die Zuschauerbank setzen.“ Dies bedeute auch, dass man sich etwa vor rassistischen Vorfällen im Betrieb nicht wegducken oder diese kleinreden dürfe, auch wenn es sich um Worte handelt. „Menschenfeindliche Sprache führt letztlich zu Gewalt“, sagte Hendrik Hering. Dagegen sollten Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam entschieden vorgehen und die Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb fördern. Es freue ihn, dass sich die Kammern ihrer Verantwortung bewusst seien und bereits 2015 die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz die gemeinsame Erklärung des Bündnisses für Toleranz und Weltoffenheit mitunterzeichnet habe. Auch dankte Hendrik Hering den IHKs, dass an den Standorten Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier „Welcome Center“ eingerichtet wurden, um Geflüchteten bei Fragen des Berufseinstiegs zu beraten.   

Die demokratischen Institutionen in Rheinland-Pfalz und der Bundesrepublik seien zwar stabil, eine sinkende Wertschätzung für demokratische Entscheidungsverfahren sowie eine Zunahme von Hass und Hetze, gerade gegenüber Andersdenkenden, seien jedoch zu beobachten.