Jüdisch-arabisches Zusammenleben fördern

Im jüngsten Bildungsausschuss hat die neue Generaldirektorin der jüdisch-arabischen Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva in Israel, Michal Sella, über deren aktuelle Arbeit und Projekte berichtet. Hintergrund war ein Antrag der Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP zum Kooperationsvertrag zwischen dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium mit der Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem und Givat Haviva. Auch Landtagspräsident Hendrik Hering tauschte sich mit Michal Sella aus.

Diese Kooperationsvereinbarung war 2018 unterzeichnet worden. Sven Teuber (SPD) führte in der Antragsbegründung aus, wie wichtig die Kooperation mit Givat Haviva insbesondere im Bereich der Fortbildung von rheinland-pfälzischen Lehrkräften sei. Es gebe einen breiten Konsens der Wertschätzung für die Arbeit Givat Havivas. Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück lobte die Arbeit Givat Havivas im Bereich der jüdisch-arabischen Koexistenz und zur Förderung von Demokratie und Toleranz. Neben der Aus- und Fortbildung von Lehrer:innen seien auch Studienreisen nach Israel sowie ein regelmäßiger Austausch von Jugendlichen geplant, sagte Bettina Brück. Der Bildungsausschuss will Anfang 2023 nach Israel reisen, um sich vor Ort ein genaues Bild über das dortige Bildungssystem zu verschaffen. 

Begegnungen schaffen

Michal Sella gab einen Überblick über die aktuelle Arbeit Givat Havivas und dankte Rheinland-Pfalz für die Unterstützung. Mit großer Sehnsucht erwarte man das Ende der Pandemie, um die Projektarbeit wieder in voller Breite und Tiefe aufnehmen zu können. Michal Sella erläuterte, dass nur 0,4% der jüdischen und arabischen Jugendlichen in Israel während ihrer Schullaufbahn die Gelegenheit haben, einander in geeigneten, sinnstiftenden Programmen zu begegnen. Das Bildungssystem in Israel trenne strikt nach Juden und Arabern.
Ein primäres Ziel Givat Havivas sei deshalb, Gelegenheiten für Begegnungen von jüdischen und arabischen Jugendlichen zu schaffen. Neben dem jüdisch-arabischen Zentrum für Frieden gibt es auf dem Campus von Givat Haviva in Israel eine Vielzahl von Kultur- und Bildungseinrichtungen. Dazu zählen unter anderem das Kunstzentrum, das Archiv und Forschungszentrum der Jugendbewegung Haschomer Hazair Yad YaAri und das Zentrum für Holocauststudien Moreshet. Zudem gibt es ein Zentrum für arabische Sprache und Kultur. Man kann hier das moderne, umgangssprachlich gesprochene Arabisch erlernen und der lokalen Kultur der arabischen Israelis begegnen.

Landtagspräsident Hendrik Hering empfing die neue Generaldirektorin Michal Sella im Umfeld ihres Rheinland-Pfalz-Besuchs im Landtag und tauschte sich mit ihr über die gegenwärtigen und künftigen bildungspolitischen Herausforderungen in Israel und Rheinland-Pfalz aus. Givat Haviva lebe die Werte von Demokratie, Vielfalt und Toleranz in vorbildlicher Art und Weise. Durch die Begegnungen von jüdischen und arabischen Jugendlichen würden frühzeitig gegenseitige Stereotype abgebaut und eine friedliche Koexistenz gefördert.   

Weiterführende Informationen zu Givat Haviva:

www.givat-haviva.net