Frauen in der digitalen Arbeitswelt

Mit der Rolle der Frau in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt hat sich Ende Oktober eine Veranstaltung des Landesfrauenbeirats Rheinland-Pfalz im Landtag beschäftigt. Im Vordergrund stand dabei insbesondere die Frage nach den Chancen und Risiken der Digitalisierung für eine geschlechtergerechte Arbeitswelt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen und der behördlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, ver.di, DGB Rheinland-Pfalz/Saarland und dem Landtag

Landtagspräsident Hendrik Hering betonte, dass der Prozess der Digitalisierung politisch gestaltet werden müsse, um den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Der Öffentliche Dienst sollte nach Meinung des Landtagspräsidenten als Vorbild für Chancengleichheit sowie für gute Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer in der Arbeitswelt dienen. Die Entgeltlücke von 21 Prozent zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt belege, dass nach wie vor keine Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt existiere. Auch in der Politik herrsche leider noch immer eine geschlechterspezifische Ungleichheit und Frauen seien in Parlamenten auf allen Ebenen stark unterrepräsentiert. Hendrik Hering forderte vor diesem Hintergrund die Einführung eines Paritätsgesetzes nach Vorbild anderer EU-Länder. „Es gilt, die politischen Weichen zu stellen, um die Chancen zu erkennen und zu ergreifen, welche der Digitalisierungsprozess mit sich bringt“, sagte der Landtagspräsident.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung speziell auf Frauen und die bislang mehrheitlich von ihnen ausgeübten Berufe? Sind auch die so genannten frauentypischen (Dienstleistungs-)Berufe in Verwaltungen, in der Pflege oder im Handel morgen schon nicht mehr da? Warum spielt die frauenpolitische Dimension der Digitalisierung nur eine untergeordnete Rolle? Können wir diese technologischen Umwälzungen auch als Chance nutzen? All dies waren konkrete Fragestellungen, mit denen sich verschiedene Fachvorträge und eine abschließende Diskussionsrunde mit Expertinnen nach einem Grußwort von Frauenministerin Anne Spiegel intensiv auseinandersetzten.