Erstmals Planspiel mit der JGU Mainz

Nach zwei erfolgreichen Projekten mit der Universität Koblenz-Landau weitet der Landtag Rheinland-Pfalz sein Angebot für die Universitäten des Landes aus. Erstmals gibt es ein Planspiel mit dem Institut für Politikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – bedingt durch die Corona-Pandemie im digitalen Format.

Studierende schlüpfen in die Rolle von Abgeordneten. Wie im echten parlamentarischen Leben gibt es verschiedene Fraktionen, die ihre Arbeit zum Beispiel in Ausschüssen organisieren. Gemeinsam beraten die Studierenden über einen fiktiven Gesetzentwurf, der die Gründung eines rheinland-pfälzischen Elitegymnasiums vorsieht. Fachliche Debatten verbinden sich mit koalitionstaktischen Manövern und dem persönlichen Karrierestreben der fiktiven Abgeordneten. Ziel des Planspiels ist es zum einen, die formalen parlamentarischen Abläufe kennenzulernen. Zum anderen erleben die Studierenden aber auch hautnah, wie wichtig Bündnisse und Netzwerke für das eigene Vorhaben sind.

Plenarsitzung bildet Abschluss des digitalen Planspiels

Das Planspiel findet nicht wie üblich an den Originalschauplätzen in Mainz statt, sondern im digitalen Raum. Per Videokonferenz zusammengeschaltet, organisieren sich die Studierenden unter Anleitung des Politikwissenschaftlers Fabio Best von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Referenten für politische Bildung Oliver Zimon vom Landtag Rheinland-Pfalz. Den Abschluss des Planspiels bildet eine Plenarsitzung. Dann zeigt sich, ob das Gesetzgebungsvorhaben eine Mehrheit findet. 

Parlamentarische Demokratie praktisch kennenlernen und verstehen

Landtagspräsident Hendrik Hering freut sich, beim Planspiel mitwirken zu können: „Auch wenn in diesem Jahr der Einblick in die Abläufe und Arbeitsweise eines Parlaments nur digital stattfinden kann, ist es dennoch eine tolle Gelegenheit, sich mit unserem Parlament ganz praktisch auseinanderzusetzen. Kompromisse müssen ausgehandelt werden, um am Ende eine legitime Entscheidung herbeizuführen, die von der Mehrheit getragen wird. Diese Erfahrung selbst zu machen, führt zu einem besseren Verständnis unserer parlamentarischen Demokratie. Ich freue mich auf den Austausch mit den Studierenden und bin gespannt auf ihre Eindrücke.“

Politisches Rahmenprogramm

Weil der Austausch am Ort des parlamentarischen Geschehens in diesem Jahr erneut ausfallen muss, lädt Landtagspräsident Hendrik Hering zum „Kamingespräch“ via Videokonferenz. Gemeinsam mit dem Abgeordneten des Europäischen Parlaments Karsten Lucke und Martin Jähnert von LobbyControl wird über den Einfluss von Lobbyistinnen und Lobbyisten auf die Politik diskutiert. Auch die Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau und dem dortigen Lehrstuhl von Frau Prof. Dr. Glaab wird fortgesetzt. Im Februar wird erneut ein Planspiel mit Studierenden aus Landau stattfinden.