Ein Blick in die jüdisch-kulturelle Welt

Bei der 24. Veranstaltung der Reihe „Literatur im Landtag“ hat die renommierte und preisgekrönte Autorin Barbara Honigmann Ende Oktober aus ihrem aktuellen Werk „Georg“ gelesen. Ihr aktueller Roman befasst sich mit dem Leben ihres Vaters Georg Honigmann. Die Lesung fand im vollbesetzten Plenarsaal des Landtages statt.

Honigmann erzählt in ihrem Roman über das Leben ihres Vaters, der als deutscher Emigrant, Jude und Kommunist im 20. Jahrhundert lebte. Mit dem Buch nehme die Autorin den Leser mit in die jüdisch-kulturell geprägte Welt ihrer Familie und zeige anhand der Lebensgeschichte ihres Vaters, was es weltweit bedeutete, in einem jüdisch-kulturell geprägten Umfeld aufzuwachsen und zu leben, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering in seinem Grußwort.

Antisemitismus entschieden entgegentreten

Im Zusammenhang mit dem jüngsten rechtsextremen Terroranschlag in Halle fand der Landtagspräsident mahnende Worte. „Die jüdischen Gemeinden und ihre Kultur sind in Deutschland willkommen und ihr Schutz muss dem deutschen Staat ein sehr großes Anliegen sein. Der Anschlag hat uns diese Notwendigkeit erneut vor Augen geführt“. In unserer Gesellschaft habe Hass gegen andere Kulturen, Religionen und Minderheiten keinen Platz, betonte Hendrik Hering. Antisemitismus sei in all seinen Formen entschieden zu bekämpfen. Nur durch permanente Aufklärung, durch offene Diskussionen und Gespräche könne ihm entgegengewirkt werden. „Ein Werk, wie Barbara Honigmanns „Georg“, das uns einen Einblick in das jüdisch-kulturelle Leben verschafft, leistet hierzu einen wichtigen Beitrag“.

Ursula Krechel, Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, führte in das Werk ein und diskutierte nach der Lesung mit Barbara Honigmann über die Hintergründe des Romans. 
Die Veranstaltung „Literatur im Landtag“ findet im jährlichen Wechsel mit „Musik im Landtag“ statt. Literatur im Landtag ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Landtages Rheinland-Pfalz und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.