Coronavirus: Schutzwürdige Personen im Fokus

Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich der Gesundheitsausschuss des Landtags in der vergangenen Woche intensiv mit der aktuellen Situation in Rheinland-Pfalz und Präventionsmaßnahmen beschäftigt. Im Fokus stand dabei insbesondere der Umgang mit schutzwürdigen Personen wie älteren (ab 50 Jahren) und chronisch erkrankten Menschen. Ebenso wurden die Auswirkungen der als Risikogebiet ausgewiesenen französischen Partnerregion Grand Est auf Rheinland-Pfalz debattiert.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass ihr Ministerium aktuell Empfehlungen zum Schutz von Risikogruppen erarbeitet habe, die ständig weiterentwickelt würden. Diesen finden sich hier:  

Empfehlungen für Personen mit erhöhtem Risiko

Die Maßnahmen bezögen sich auf gefährdete Personen im privaten häuslichen Bereich wie auch auf Bewohner von Pflegeeinrichtungen und ähnlichem.

Unterstützung für Gesundheitsämter

Die Ministerin wies des Weiteren darauf hin, dass die Gesundheitsämter vor Ort personell verstärkt würden unter anderem durch Medizinstudenten in höheren Semestern sowie von Ärzten im Ruhestand. Während der gegenwärtigen Phase der Verlangsamung der Epidemie gelte der Grundsatz, Kontaktpersonen von Infizierten so weit wie möglich zu ermitteln. Schließlich habe man auch die aktuell zum Coronavirus-Risikogebiet erklärte Region Grand Est in der französischen Partnerregion im Blick. Jeden Tag kämen von dort 4.300 Pendler nach Rheinland-Pfalz. Diese sollten bis auf Weiteres zu Hause bleiben. Christoph Gensch von der CDU regte unterstützende Maßnahmen insbesondere für den dadurch besonders betroffenen rheinland-pfälzischen Südkorridor an wie beispielsweise die Einrichtung von Fieberambulanzen. Es bestehe zudem die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Welle von Erkrankungen bis in den Sommer hineinzieht und das Virus beständig bleibe. Deshalb sei das Wichtigste der Faktor „Zeit“, um den Anstieg der Fallzahlen über einen langen Zeitraum zu strecken. Positiv sei, dass in Deutschland viele Erkrankte frühzeitig ermittelt werden und das Land weiter in der Lage sei, sehr umfangreich zu testen. 

Umgang mit Unterrichtsausfall

Für Christian Baldauf, CDU-Fraktionsvorsitzender, ist wichtig, dass die Kommunen vor Ort wie auch die Wirtschaft unterstützt werden und auch Konzepte für den Umgang mit dem zu erwartenden Unterrichtsausfall in den Schulen vorliegen, Stichwort „Virtuelles Klassenzimmer“. Mit den Kommunen stehe das Land in engem Kontakt, erklärte Bätzing-Lichtenthäler und auch für die Wirtschaft liefen unterschiedlichste Maßnahmen an. 

Kathrin Anklam-Trapp, SPD, hakte nach bei der Frage nach ausreichenden Schutzausrüstungen speziell auch für das medizinische Personal. Die Gesundheitsministerin betonte, dass die Sicherung der so genannten kritischen Infrastruktur wie Krankenhäuser und Einrichtungen der Daseinsvorsorge und der darin arbeitenden Menschen höchste Priorität genieße. Besonders betroffene Regionen müssten auch besonders mit Schutzausrüstungen ausgestattet werden. Es finde eine Abfrage zu Beatmungsgeräten statt. Der Bund plane dann deren zentrale Beschaffung.    

Die gute Nachricht:
Die Zahlen der aktuell an Grippe Erkrankten gehe derzeit in Rheinland-Pfalz zurück.