Corona-Pandemie: Wo bleibt die Jugend?

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Jugendliche, die Jugendverbands- und Jugendsozialarbeit ausgewirkt? Mit dieser Frage beschäftigten sich Anträge von SPD, CDU und der Regierung im jüngsten Landtagsausschuss für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in dieser Woche.

Staatssekretärin Christine Rohleder berichtete, dass das Land im Sommer und Herbst ein Ferienprogramm mit 38 Projekten von anerkannten Familieninstitutionen angeboten habe. Soweit es die Pandemie-Situation zulasse, wolle man dies auch in den Weihnachtsferien fortführen. An Zuschuss für Familienferien habe das Land bisher rund 343.000 Euro ausgezahlt, wovon 343 bedürftige Familien mit einem Zuschuss gemeinsam in die Ferien fahren konnten. Während des Sommers seien laut Rohleder 1.100 Jugendfreizeiten angeboten worden. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Corona-Zahlen konnten diese auch alle durchgeführt werden. Über 23.000 junge Menschen hätten an diesen Freizeiten teilgenommen.

Angebote trotz Lockdown

Im Zusammenhang mit der Jugendverbandsarbeit und Jugendsozialarbeit in Zeiten der Corona-Pandemie habe man in den Monaten Mai und Juni eine Online-Befragung durchgeführt. Im Kern lobten die befragten Träger und Anbieter, dass die Angebote schnell und professionell angepasst wurden und die Anbieter in dieser Zeit auch immer erreichbar waren. So wurden beispielsweise die digitalen Angebote für allgemeine Beratungen genutzt oder auch zur Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche oder auch für kreative Beschäftigungen. Ein Drittel der Befragten habe die mangelhafte digitale Ausstattung beklagt. Staatssekretärin Christine Rohleder verwies darauf, dass es auch hierfür ein Förderprogramm des Landes gebe. Die finanzielle Situation schätzten die Anbieter und Träger im Bereich der Jugendarbeit mehrheitlich als sicher ein. Dem Ministerium sei laut Rohleder von Beginn an wichtig gewesen, dass die Angebote im Jugendbereich unter allen Umständen auch während der Corona-Pandemie und des Lockdowns fortgeführt werden konnten und möglichst auch von den Corona-Verordnungen des Landes ausgenommen wurden.

Vielfältige und schnelle Unterstützung

Marc Ruland (SPD) dankte allen Trägern und Anbietern vor Ort für die herausragende Arbeit. In kürzester Zeit seien Projekte und Programme entwickelt und umgesetzt worden. In sein Lob schloss er auch das Land ein, dass rund 1,1 Millionen Euro für den Familiensommer Rheinland-Pfalz bereitgestellt habe.


Peter Lerch (CDU) interessierte sich dafür, welche Erfahrungen das Land aus dem ersten Lockdown im Bereich der Jugendarbeit nun für den gegenwärtigen zweiten Lockdown nutze und was nun konkret an Maßnahmen durchgeführt werde. Staatssekretärin Christine Rohleder verwies darauf, dass man bereits ein Hygienekonzept für die Angebote im Bereich der Jugendarbeit vorgelegt habe, womit die Einrichtungen nun von Beginn an wüssten, wie sie ihre Angebote ausgestalten könnten.