Bundeswehr benennt Kaserne in „Rittersturz“ um

In Lahnstein ist in dieser Woche die „Deines-Bruchmüller-Kaserne“ in „Rittersturz-Kaserne“ umbenannt worden. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr lud zu einem Festakt hierzu auch Landtagspräsident Hendrik Hering ein.

„Mit der Umbenennung der Kaserne in Rittersturz-Kaserne ist eine klare Entscheidung für eine gelebte Tradition unserer Demokratie getroffen worden. Mit dieser Umbenennung erinnert die Bundeswehr, die eine Parlamentsarmee ist, an eine frühe Sternstunde unserer liberalen, parlamentarischen Demokratie. Dafür danke ich Ihnen und dazu gratuliere ich Ihnen auch im Namen der Abgeordneten von Rheinland-Pfalz“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering.

Er erinnerte in seiner Rede an die Geschichte der Rittersturz-Konferenz bei Koblenz, die nicht nur ein Meilenstein der deutschen Demokratiegeschichte, Teil der Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und des Grundgesetzes sei, sondern auch für die Entstehung von Rheinland-Pfalz von besonderer Bedeutung gewesen sei. Im Zusammenhang mit der Festlegung von Landesgrenzen hätten sich die Ministerpräsidenten damals gegen eine Neugliederung und für das erst zwei Jahre zuvor mehr oder weniger willkürlich gebildete Rheinland-Pfalz ausgesprochen. Dies habe den Föderalismus gestärkt und zum wachsenden Heimatgefühl der hier lebenden Menschen beigetragen, so der Landtagspräsident.

Hendrik Hering betonte: „Damit Demokratie funktioniert und lebendig bleibt, müssen viele Menschen sie tragen – und im Notfall verteidigen. Auch davon zeugen die verschiedenen Orte der Demokratie in Deutschland. Und auch davon zeugt der neue Name dieser Kaserne“, so Hendrik Hering. Es sei wichtig zu verstehen, dass unsere Demokratie nicht nur durch Angreifer von außen in Gefahr sei, sondern auch durch innere Gleichgültigkeit sterben könne. „Dann sterben auch die Grundwerte, für die auf dem Rittersturz gekämpft wurde und die eingeflossen sind in die deutsche Verfassung, sagte der Landtagspräsident.