Ausstellung der Ergebnisse der ersten Wettbewerbsstufe

Wie wird der Landtag der Zukunft aussehen? Modelle, Pläne und Entwürfe von 23 Architekturbüros, die sich an dem europaweiten Architektenwettbewerb zur Sanierung des Landtagsgebäudes beteiligt haben, sind bis Sonntag, 15. Dezember 2013 im Mainzer kurfürstlichen Schloss zu sehen.

„Das Preisgericht hat jetzt aus allen Entwürfen sechs ausgesucht, die in die zweite Stufe kommen,“ erläuterte Landtagspräsident Mertes anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Leibnizsaal des Kurfürstlichen Schlosses am 8. Dezember. „Jetzt besteht die Chance, Anregungen aus der Öffentlichkeit, von den Abgeordneten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sammeln und in die weiteren Planungen einfließen zu lassen.“ Hierfür stehen in der Ausstellung Laptops, Besucherfragebögen und Flip-Charts bereit.

Warum muss das Landtagsgebäude saniert werden? Wie läuft das Verfahren? Welche Kriterien spielen dabei eine Rolle? Diese und weitere Fragen wurden bei dem von der SWR-Moderatorin Sabine Hampel geleiteten Gespräch zur Einführung in die Ausstellung von Landtagspräsident Mertes als Hausherr, Finanzminister Dr. Carsten Kühl als Bauherr und Bauminister sowie dem Leiter des Preisgerichts, dem Berliner Architekten Professor Hans-Peter Achatzi angesprochen. Sie erläuterten die besonderen Chancen, die das in Rheinland-Pfalz erstmals gewählte zweistufige Verfahren des Architektenwettbewerbs bietet.

In seinem Vortrag „Bauen für das Parlament“ skizzierte der Stuttgarter Architekt und ehemalige Bundestagsabgeordnete Peter Conradi die Tradition der Parlamentsbauten in Deutschland. Im Jahr 1987 habe sich der Landtag im Mainz für die vom Architekten Jobst Kowalewski vorgeschlagene kreisrunde Sitzordnung entschieden – einem Beispiel, dem sich seither viele Landtage angeschlossen hätten. Peter Conradi begrüßte, dass sich der Landtag nun dafür entschieden habe, die schwierige Aufgabe der Sanierung und Erweiterung des Mainzer Deutschhauses über einen zweistufigen Wettbewerb und mit öffentlicher Beteiligung anzugehen. „Mit dieser Entscheidung bekräftigt er das Selbst-verständnis des rheinland-pfälzischen Parlaments und seine Funktion in unserer demokratischen Ordnung“, so Conradi.

Er wünsche dem Landtag Rheinland-Pfalz, dass er mit den Architekten bei der Sanierung und Erweiterung des Deutschhauses einen guten Ausgleich finde zwischen dem, was erhalten und dem was neu hinzugefügt werden soll. „Ich hoffe, die Architekten und die Bauverwaltung werden die erwarteten Baukosten für das Mainzer Landtagsprojekt realistisch und ehrlich nennen, und mit dem Bau erst beginnen, wenn alle Planungen vorliegen und keine Änderungswünsche mehr kommen.“ Schließlich plädierte Conradi für Mut und Standfestigkeit bei den Entscheidungen über Kunst und Architektur. Denn „die Kunst unserer Zeit gehört in die öffentlichen Bauten unserer Zeit“. - 09.12.2013

Warum muss das Landtagsgebäude von Rheinland-Pfalz saniert werden? Film