Aus der Aussöhnung wurde Freundschaft

Im September 2021 jährt sich die Freundschaft zwischen Rheinland-Pfalz und dem polnischen Oppeln zum zwanzigsten Mal. Am 11. September 2001 haben die beiden Regionen die gemeinsame Erklärung des Landes Rheinland-Pfalz und der Woiwodschaft Oppeln unterzeichnet. Seitdem stehen sie in stetigem und freundschaftlichem Austausch.

„Viele unterschiedliche Ereignisse haben dazu beigetragen, dass aus der deutsch-polnischen Aussöhnung eine Freundschaft entstanden ist“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering beim Besuch des Oppelner Marschalls Andrzej Bula in Mainz.

Neben dem deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag aus dem Jahr 1991 gehöre die Gemeinsamen Erklärung vom 11. September 2001 zwischen Rheinland-Pfalz und Oppeln zu den Meilensteinen der deutsch-polnischen Annäherung.

Eine Freundschaft, die keine Selbstverständlichkeit ist

„Was für ein Geschenk diese Freundschaft ist, ist mir erneut sehr eindrücklich am diesjährigen 27. Januar bewusst geworden“, erläuterte Hendrik Hering. An diesem Tag findet jedes Jahr eine Veranstaltung im Landtag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt.

„Dieses Jahr hatten wir Frau Niusia Horowitz-Karakulska als Rednerin digital zu Gast. Frau Horowitz erzählte uns ihre Lebensgeschichte. Sie berichtete von ihrer Deportation ins KZ Ausschwitz und wie sie zweimal zur Vergasung ins Krematorium geschickt werden sollte, der sie nur sehr knapp entkam.“ Lebensgeschichten wie diese verdeutlichten, dass die Freundschaft zwischen Deutschen und Polen keine Selbstverständlichkeit sei, sondern Ergebnis eines langen Annäherungsprozesses.

Der Landtag sehe es daher als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die Erinnerung lebendig zu halten. Als Zeichen der Versöhnung und auch Mahnung, dass so ein Unrecht nie wieder geschehen darf.

Parlamentarische und persönliche Freundschaften

Heute gebe es kaum einen Bereich des gesellschaftlichen Lebens, der sich nicht in Partnerschaft wiederfinde. „Eine rege Zusammenarbeit auf der parlamentarischen und auf der Regierungsebene, Projekte und Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Soziales, Jugend, Kultur, Sport und vieles mehr fanden von Anfang an statt“, so der Landtagspräsident.

Und auch in der Pandemie sei der regelmäßigen Austausch nie abgebrochen. „Persönliche Begegnungen waren kaum möglich, dennoch ist es uns gelungen, einige gemeinsame Projekte durchzuführen, etwa digitale Jugendbegegnungen, Konzerte oder der Fachaustausch vor allem zu den Themen Gesundheit und Bildung.“

Auszeichnungen für besondere Verdienste um die Freundschaft

Vier Menschen, die sich ganz besonders um die Freundschaft zwischen den beiden Regionen verdient gemacht haben, wurden vom Marschallamt ausgezeichnet.

„Die heutige Auszeichnung spiegelt die Vielfalt unserer Beziehungen wieder. Sie macht deutlich, dass es wie so oft auf die handelnden Personen ankommt, die eine Partnerschaft pflegen, prägen, so gegenseitiges Verständnis fördern und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg ermöglichen“, sagte Hendrik Hering.