Altersentwicklung der Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung macht in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion deutlich, dass sich die Altersstruktur der Ärzteschaft in den letzten 20 Jahren grundlegend geändert hat. Waren zum Stand 31.12.2000 lediglich 161 Mediziner:innen über 65 Jahre alt, betrug die Zahl der über 65-Jährigen zum 31.12.2020 hingegen 933. Dem gegenüber sei beispielsweise die Zahl der 40 bis 49 Jahre alten Mediziner:innen von 2.245 (31.12.2000) auf 876 gesunken (31.12.2020).

Aussagen über die Entwicklung der Altersstruktur innerhalb der rheinland-pfälzischen Ärzteschaft könne die Landesregierung nicht treffen. Sie gehe jedoch davon aus, dass sich die Nachbesetzung freiwerdender Arztstellen künftig schwieriger gestalten könnte. Zudem dürfte es zukünftig einen Bedarf an unterschiedlichen Versorgungsformen geben. Neben der klassischen Niederlassung, die nach wie vor erfolgen werde, würden Anstellungen in Medizinischen Versorgungszentren mit einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten oder auch einer Teilung von Arztsitzen nachgefragt, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichten. Besonders im ambulanten Sektor bestünden vor allem im ländlichen Raum bereits jetzt Probleme, Nachfolger:innen für eine mögliche Praxisübernahme zu finden. Der ländliche Raum gelte gegenüber den städtischen Ballungszentren als weniger attraktiv. Auch der stationäre Sektor habe zunehmend Schwierigkeiten, alle verfügbaren Stellen zu besetzen.

Sofern keine entsprechenden Gegenmaßnahmen ergriffen würden, könnte die Entwicklung der Altersstruktur innerhalb der rheinland-pfälzischen Ärzteschaft zu einer Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgungslage führen. Daher seien flexible Lösungsmodelle erforderlich, um eine älter werdende Generation – besonders auf dem Land – gesundheitlich gut zu versorgen. Die Landesregierung habe mit dem Masterplan zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung und der Landarztoffensive bereits Maßnahmen in die Wege geleitet, um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum auch künftig sicherzustellen.