„Abgetaucht und Aufgeschaut“ im Abgeordnetenhaus

Über dem Gutenberg-Denkmal schwebt kopfüber der Möllerbau des Staatstheaters, am Himmel über Sankt Stephan spannt sich das Gewölbe des Kreuzgangs. Die kontrastreiche Ausstellung mit dem Titel „Perspektivwechsel: Abgetaucht und Aufgeschaut“ des rheinhessischen Künstlerehepaars Diana und Holger Diesing ist noch bis zum 6. Oktober im Foyer des Abgeordnetenhauses zu sehen.

Mainz-Motive, aber auch Landschaften und Gebäude aus Norddeutschland aus ungewöhnlichen Perspektiven und in spannungsreichen Hochformaten fängt der Architekt und Künstler Holger Diesing in seinen Aquarellgrafiken ein. Unterwasser-Perspektiven dagegen bestimmen die Gemälde der Innenarchitektin Diana Diesing. Sie macht die Vereinsamung der Menschen in Corona-Zeiten zu ihrem Thema: Fische in düsteren Farben, Schwimmerinnen, die sich stumm unter Wasser begegnen, ein Kind, das in das Smartphone versunken mit der Umgebung verwächst. Reale und imaginäre Welten verschwimmen.

Anlässlich der Vernissage betonte Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt, die Ausstellung passe sehr gut in die Räumlichkeiten des Parlaments: „Denn auch der Landtag lebt vom Wechsel der Perspektive: Es ist Aufgabe von uns Abgeordneten, unsere unterschiedlichen Standpunkte und Perspektiven in die Debatte einzubringen, damit auf dieser Grundlage möglichst gute Entscheidungen getroffen werden können.“

In seiner Einführung hob der Architektenkollege und Abgeordnete Gerd Schreiner die ausgefeilte Technik Diana Diesings hervor, die sich lange mit Ikonenmalerei beschäftigt habe. „Deshalb entfalten ihre Gemälde im Dämmerlicht eine besondere Wirkung“, so Schreiner.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Oktober 2022 zu sehen.

Die Öffnungszeiten sind:
Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie Samstag von 10 bis 16 Uhr.
Ort: Foyer des Mainzer Abgeordnetenhauses, Kaiser-Friedrich-Str. 3, 55116 Mainz.
Der Eintritt ist kostenlos.