Landtag und Universität Trier starten „Rheinland-Pfalz-Monitor 2023“

Wie ist es um die politische Kultur in Rheinland-Pfalz bestellt? Wie zufrieden sind die Menschen im Land mit der Demokratie? Und wie beteiligen sich die Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen politisch und gesellschaftlich? Diesen Fragen und noch weiteren Themen zur Demokratieforschung will der neue „Rheinland-Pfalz-Monitor“ des Landtags Rheinland-Pfalz und des an der Universität Trier angesiedelten Trierer Instituts für Demokratie- und Parteienforschung ab Sommer 2023 nachgehen.

„Ziel der repräsentativen Studie ist es, erstmals in Rheinland-Pfalz auf wissenschaftlicher Basis die politische Kultur zu vermessen. Durch den Rheinland-Pfalz-Monitor 2023 möchten der Landtag und die Universität Trier eine Forschungslücke schließen. Rheinland-Pfalz hat noch keine Daten über die Demokratiezufriedenheit der Bürger:innen", sagte Landtagspräsident Hendrik Hering beim Startschuss des Projekts am 7. März im Landtag.

Die wissenschaftliche Studie erforscht ab Sommer 2023 grundlegende Einstellungen der Bürger:innen in Rheinland-Pfalz zu Demokratie und Politik. Dazu werden zunächst Telefoninterviews durchgeführt. Sie sollen Stimmungslagen, Wahrnehmungen und Einschätzungen der Bürger:innen erfassen. Befragt wird die rheinland-pfälzische Bevölkerung insbesondere zu politischen Einstellungen, ihrer Demokratiezufriedenheit und -unterstützung, ihrem Institutionenvertrauen sowie zu ihrer politischen und sozialen Partizipation. Im Fokus stehen aber auch Phänomene der Demokratiegefährdung und der politischen Radikalisierung. Der Monitor soll speziell auch regionale Eigenschaften berücksichtigen.

Nach den Telefoninterviews erfolgt die Auswertung durch das Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung. „Wir werden die Daten der Telefoninterviews in den Gesamtkontext stellen und dann Anfang 2024 erste belastbare Ergebnisse vorliegen haben. Ende des Jahres 2024 werden wir dann auch über den Vergleich mit anderen Bundesländern berichten können", informierte Professor Uwe Jun, der wissenschaftliche Leiter der Studie. In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen existieren bereits Ländermonitore.

„Die Ergebnisse des Rheinland-Pfalz-Monitors bilden eine wichtige Faktengrundlage für die Stärkung der Demokratie durch Land und Zivilgesellschaft. Der Landtag wird sie nutzen, um seine bildungspolitischen Angebote noch spezifischer auszurichten", sagte Hendrik Hering.

Hintergrund:

Prof. Dr. Uwe Jun:
Prof. Dr. Uwe Jun ist Geschäftsführender Direktor des Trierer Instituts für Demokratie- und Parteienforschung und Inhaber des Lehrstuhls für Westliche Regierungssysteme an der Universität Trier. Seit 2005 ist Jun Professor für Politikwissenschaft (Politisches System der Bundesrepublik Deutschland) an der Universität Trier. Von 2011 bis 2017 war er außerdem Dekan des Fachbereichs III. Seit 2009 war er häufig zu Lehraufenthalten an der Södertörns Högskola in Stockholm/Schweden. Davor hat er an den Universitäten Göttingen, Würzburg, Freie Universität Berlin und Potsdam sowie an der Harvard University/USA gelehrt und geforscht. Jun ist Sprecher des Arbeitskreises Parteienforschung der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft und Herausgeber der Reihen „Parteien in Theorie und Empirie“ und der „Schriftenreihe Politik und Kommunikation“ (letztere mit Manuela Glaab).

Trierer Institut für Demokratie- und Parteienforschung (TIDuP):
Das Anfang 2021 gegründete TIDuP beschäftigt sich mit der Analyse demokratischer Systeme, Strukturen und Prozesse in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft auf regionaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene. Kernthemen der Forschung sind Fragen der Transformation von und Herausforderung für Legitimität und Leistungsfähigkeit der Demokratien im 21. Jahrhundert auf den unterschiedlichen Ebenen. Das Institut erforscht diese unter fünf wesentlichen Gesichtspunkten: 1. Parteiendemokratie und institutioneller Wandel in Deutschland und Europa 2. Veränderungen von Öffentlichkeit, Repräsentation und Partizipation auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene 3. Demokratie innerhalb von regionalen, nationalen und trans- wie internationalen Organisationen 4. das Verhältnis autoritärer Wertesysteme und demokratischer Politik einschließlich des internationalen Systemwettbewerbs und 5. Aspekte der Vermittlung von demokratischen Werten in unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche (u. a. Schulen).