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Leben am Fluss halten und gestalten

Landtagsdelegation zu Gast in tschechischer Partnerregion Mittelböhmen/ Wassertourismus im Fokus

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
29.03.2019 - Wunderschöne Landschaften, geprägt von Flüssen und wirtschaftlich erfolgreich. Dies sind nur drei von vielen Gemeinsamkeiten, die Landtagspräsident Hendrik Hering zwischen Rheinland-Pfalz und der tschechischen Partnerregion Mittelböhmen sieht. Bei einem zweitägigen Besuch in der Region rund um das Stadtgebiet von Prag haben sich der Landtagspräsident und seine beiden Vizepräsidenten Astrid Schmitt und Hans-Josef Bracht nun mit den tschechischen Partnern über das Thema Tourismus ausgetauscht. Verstärkt wurde das Landtagspräsidium von zwei Mitgliedern der Enquete-Kommission Tourismus: Fredi Winter, stellvertretender Vorsitzender, und Alexander Licht, Mitglied der Enquete-Kommission.

Wasser verbindet Regionen

Ein Element verbindet die rheinland-pfälzische und die mittelböhmische Region besonders eng: das Wasser. Was in Rheinland-Pfalz Rhein oder Mosel, sind in Mittelböhmen Elbe und Moldau. Beide Regionen haben das touristische Potenzial ihrer Flüsse erkannt. Doch wie lässt sich der Wassertourismus noch weiter stärken und attraktiver gestalten? „Der persönliche Erfahrungsaustausch hat hier unschätzbaren Wert“, betonte Hendrik Hering im Gespräch mit Gabriel Kovács, dem stellvertretenden Regionspräsidenten von Mittelböhmen. Eine Herausforderung für beide Regionen liege darin, den Tourismus nahe der Ballungszentren zu organisieren. Die tschechischen Kollegen erklärten, Mittelböhmen lebe aktuell vor allem von Tagestouristen, die im Rahmen eines Städtetrips nach Prag die Umgebung erkunden. Daher sei es wichtig, Anreize zu schaffen, damit sich Touristen länger in Mittelböhmen aufhalten.

Moldau: 280 Kilometer voller Aktivitäten

Zwei große, überregionale Projekte zur Nutzung der Wasserwege sollen vielfältige Aktivitäten an Moldau und Elbe ermöglichen, erklärte Jaromir Polášek, Leiter der Zentrale des Südtschechischen Fremdenverkehrs. Allein auf der Moldau, einem Nebenfluss der Elbe, seien 280 Kilometer Schifffahrt möglich. Kanufahrten oder Wanderwege sollen Touristen anziehen. An Moldau wie Elbe sei auch der Radtourismus besonders wertvoll, erläuterte Ludek Jirman, Leiter der Agentur Tschechisches Mittelgebirge. Durch einheitliche Kommunikationskonzepte, Kampagnen und Online-Marketing sollen Touristen von den Attraktionen an den tschechischen Flüssen erfahren.

Ähnliche Chancen und Herausforderungen in beiden Regionen

Landtagsvizepräsident Hans-Josef Bracht erklärte, auch in Rheinland-Pfalz spiele der Radtourismus eine große Rolle. Die mittelböhmische Landschaft biete alles, um die Region für Touristen attraktiv zu machen. Daher sei es sinnvoll, die touristische Infrastruktur und Gastronomie zu erweitern. Auch Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt entdeckte Parallelen zwischen Rheinland-Pfalz und Mittelböhmen: So gebe es am Mittelrheintal ein überlastetes Schienennetz. Die tschechischen Schifffahrtexperten erzählten von ähnlichen Schwierigkeiten auf dem letzten Abschnitt der Elbe. „Leben am Fluss“, findet der Landtagspräsident, „das ist auch für Rheinland-Pfalz prägend“. Wichtige Themen seien daher Hochwasserschutz, Naherholungsflächen am Ufer oder Wohnraum entlang der Flüsse.

Mittelböhmen ist touristischer Schatz

Auf einer Bootsfahrt in einem historischen Boot aus den 1920er Jahren lernten die Delegationsteilnehmer die Moldau aus der Nähe kennen. Hier berichteten Experten rund um Martin Draxler, Regionsratsmitglied für regionale Entwicklung, Tourismus und Sport, dass Mittelböhmen an manchen Orten entlang des Flusses Attraktionen jeweils 20 Kilometer ins Landesinnere bietet. Die Touristen sollen die in diesen Gegenden geschichtlich und kulturell interessanten Orte besuchen. Zahlreiche Sportmöglichkeiten und Sandbänke sollen zum Baden und zum Verweilen einladen. Damit sich das Angebot weiterentwickeln kann, werde man kleinen Gemeinden dabei helfen, Häfen zu bauen.

Enge Partnerschaft – mit Herz für Europa

Der Landtagspräsident freut sich schon auf den Gegenbesuch aus Tschechien in Rheinland-Pfalz. Persönliche Treffen in beiden Regionen sollen nun häufiger und regelmäßiger stattfinden. Dabei soll jeweils im Vorfeld ein Schwerpunktthema festgelegt, von Experten vorbereitet und dann im direkten Austausch besprochen werden. Vertreter der Enquete-Kommission sollen bei touristischen Themen fachlich unterstützen. Auch der stellvertretende Regionspräsident aus Mittelböhmen Kovács begrüßt künftige Treffen in regelmäßigen Abständen.

„In Zeiten der Globalisierung brauchen wir Partnerschaften mit Menschen, die in ihrer Region verwurzelt und gleichzeitig weltoffen sind“, betonte Hendrik Hering. Daher freute er sich besonders, dass die Begegnung mit den tschechischen Kollegen von Herzlichkeit, Menschlichkeit und Lebensfreude geprägt war. „Die Pflege dieser partnerschaftlichen Beziehung stärkt Europa in seinen Grundfesten“, resümierte der Landtagspräsident.

 
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