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200 Jahre Raiffeisen: Von der Aktualität einer Idee

Landtagspräsident eröffnet Ausstellung rund um berühmten Genossenschaftsgründer und Sozialreformer im Abgeordnetenhaus

Eröffnet wurde die Ausstellung von Landtagspräsident Hendrik Hering (2. v. links), Werner Böhnke, dem Vorsitzenden der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft (links) sowie seinem Stellvertreter Josef Zolk (2. v. rechts). Zu den Gästen zählte auch der Schweizer Generalkonsul Dr. Urs Hammer (rechts). Foto: Andreas Linsenmann
Eröffnet wurde die Ausstellung von Landtagspräsident Hendrik Hering (2. v. links), Werner Böhnke, dem Vorsitzenden der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft (links) sowie seinem Stellvertreter Josef Zolk (2. v. rechts). Zu den Gästen zählte auch der Schweizer Generalkonsul Dr. Urs Hammer (rechts). Foto: Andreas Linsenmann
11.04.2018 - Anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zeigt der Mainzer Landtag im Foyer des Mainzer Abgeordnetenhauses eine Informationsausstellung unter dem Titel „Das Beispiel nützt allein - Raiffeisen, seine Genossenschaften und ihre Ausstrahlung in die Welt“. Erarbeitet wurde die Ausstellung vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. mit Unterstützung der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft.

Landtagspräsident Hendrik Hering eröffnete gestern die Ausstellung rund um den Genossenschaftsgründer und Sozialreformer aus dem Westerwald und betonte, dass Raiffeisens Ideen noch heute hochaktuell seien. Dies zeige sich beispielsweise in der derzeit geführten Debatte um die zukünftige Gestaltung des Sozialstaats. „Der Blick in die Geschichte kann uns helfen, Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln“, sagte Hendrik Hering.

Potenziale des ländlichen Raums entwickeln

Raiffeisens Ziel sei vor allem gewesen, die Lebenssituation der Menschen auf dem Land zu verbessern, erläuterte Hendrik Hering. Seinem Engagement verdanke er den Namen „Vater Raiffeisen“. Im Mittelpunkt seines Schaffens habe gestanden, die insbesondere im ländlichen Raum unter Armut leidende Bevölkerung zur Selbsthilfe zu befähigen. Auch Solidarität und Gemeinschaftssinn gehörten dabei zu seinen Prinzipien. „Auch heute kommt es darauf an, die Potenziale, die im ländlichen Raum stecken, zu entwickeln. Zusammenhalt und Gemeinschaft sind immer noch eine Stärke der Dörfer und Kleinstädte“, sagte Hendrik Hering. Letztlich sei die Genossenschaftsidee, die im Westerwald ihren Ursprung hatte, aber nicht an den ländlichen Raum gebunden gewesen. Auch in den Arbeiterquartieren der Städte habe sie ihre Wirkung entfaltet.

Marktwirtschaft, Solidarität und Gemeinwohlorientierung

Als ein liberaler Bürger habe Raiffeisen den Markt befürwortet, hemmungsloses Konkurrenzdenken dagegen abgelehnt. Eigenverantwortung habe für ihn nur dort wachsen können, wo auch Solidarität herrschte. „Das Genossenschaftswesen steht daher bis heute für die Verbindung von Marktwirtschaft, Solidarität und Gemeinwohlorientierung“, erklärte der Landtagspräsident. Aktuell seien in Deutschland rund 22 Millionen Menschen Mitglied einer Genossenschaft. Seit 2017 ist die Genossenschaftsidee der erste Eintrag Deutschlands in der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. 

Werner Böhnke, der Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft sowie sein Stellvertreter Josef Zolk würdigten in ihren Redebeiträgen ebenfalls das Leben, Wirken und Nachwirken Raiffeisens.

Wann und wo ist die Ausstellung zu sehen?

Die Informationsausstellung kann vom 11. April bis 4. Mai 2018 täglich, außer an Wochenenden und Feiertagen, von 8 bis 17 Uhr im Foyer des Abgeordnetenhauses in der Kaiser-Friedrich-Straße 3, 55116 Mainz, besichtigt werden.

 
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