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Theater im Landtag: Kunst bringt Politik nah an den Menschen

Theaterstück „Tussy – Drei Zeiten Leben“ über die jüngste Tochter von Karl Marx

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz / Kristina Schäfer
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz / Kristina Schäfer
20.02.2019 - Theater im Landtag – warum gibt es das eigentlich? „Uns ist wichtig, mit Theaterstücken auf gesellschaftlich relevante Themen aufmerksam zu machen“, erklärte Landtagspräsident Hendrik Hering vor der gestrigen Theateraufführung „Tussy – Drei Zeiten Leben“ des Trierer Frosch-Kultur-Vereins. „Wir erreichen auf diese Weise auch Menschen, die bislang nur wenig mit Politik in Berührung gekommen sind. Es ist uns ein großes Anliegen, dass alle ihr Landesparlament kennen“, betonte Hendrik Hering. Daher biete der Landtag kulturelle Veranstaltungsreihen wie „Theater im Landtag“, „Kino im Landtag“, „Kunst im Landtag“ oder auch „Musik im Landtag“.

„Tussy“ thematisiert Gleichberechtigung im 19. Jahrhundert

„Tussy – Drei Zeiten Leben“, ein Tanz-Schauspiel von Karsten Müller und Monika Wender, erzählt von Tussy. Tussy heißt eigentlich Eleanor und ist die jüngste Tochter des weltbekannten Philosophen Karl Marx. Die Geschichte beginnt im London des Jahres 1883. Karl Marx ist gerade gestorben, da muss Tussy aus dem Schatten ihres Vaters heraustreten und sich in einer patriarchal geprägten Welt emanzipieren. Beleuchtet werden drei Zeitebenen aus Tussys Leben: Die Vergangenheit befasst sich mit ihrer gelösten Verlobung, die Gegenwart mit dem Verhältnis zu ihrem Vater und die Zukunft mit der Aussicht auf eine Verbindung mit einem neuen Mann, an dessen Seite sie hofft, als gleichberechtigte Frau zu leben.

Kunst eröffnet Zugang zu gesellschaftlich wichtigen Themen

Der Frosch-Kultur-Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, gesellschaftlich wichtige Themen aufzugreifen und im Rahmen eines Schauspiels möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, sagte der Landtagspräsident. Dies decke sich gut mit den Zielen in der Öffentlichkeitsarbeit des Landtags. So habe im vergangenen Jahr das Chawwerusch-Theater mit dem Stück „Maria hilf!“ die angespannte Pflegesituation in Deutschland vor Augen geführt. Und mit dem Stück „Das letzte Parlament“ habe das Staatstheater Mainz im Plenarsaal gezeigt, was es bedeuten würde, wenn die Demokratie abgeschafft wäre. „Kunst ist ein guter Weg, Politik auf emotionale Weise nah an den Menschen zu bringen“, findet der Landtagspräsident.

 
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