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Mitentscheiden bedeutet: ein Teil der Gemeinschaft sein

Parlamentarischer Abend der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz

Foto: Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe
04.04.2019 - Der Landesverband Rheinland-Pfalz der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung hat vergangenen Mittwoch seinen Parlamentarischen Abend im Mainzer Landesmuseum veranstaltet. Landtagsvizepräsidentin Astrid Schmitt freute sich, gute Nachrichten zu überbringen. Der Landtag habe in der vergangenen Plenarsitzung fraktionsübergreifend eine Änderung des Kommunalwahlrechts beschlossen. An der Kommunalwahl in Rheinland-Pfalz können ab der kommenden Wahl am 26. Mai auch Menschen mit Behinderungen teilnehmen, für die eine gesetzliche Betreuung gilt. „Damit unterstreichen wir, dass das Wahlrecht das zentrale Bürgerrecht ist“, betonte die Landtagsvizepräsidentin.

Selbstbestimmt und selbstbewusst

„Ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben als Teil der Gemeinschaft setzt voraus, dass man auch zu den politischen Entscheidungen der Gesellschaft beitragen kann – in den Kommunen, im Land, in der Bundesrepublik Deutschland und in der europäischen Union“, erklärte Schmitt. Zu Recht laute ein Prinzip der Behindertenverbände „nicht ohne uns – über uns“. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass auch Menschen mit geistigen Behinderungen politische Geschehnisse bewusst und differenziert wahrnehmen. Das merke man auch bei den Landtagsbesuchen von Förderschulen und Werkstätten. Der Landtag biete Besuchs- und Bildungsprogramme an, die individuell auf die Gruppen zugeschnitten sind.

Mehr Anerkennung für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen

Mit dem Fachkräftemangel thematisiere die Lebenshilfe auf ihrem Parlamentarischen Abend ein gesellschaftlich relevantes Problem. „Die professionelle Unterstützung von Menschen mit Behinderungen gewährleistet genau jene Selbstbestimmung, die wir heute als ein Menschenrecht begreifen“, findet Schmitt. „Pflegekräfte, aber auch Sonder- und Heilpädagogen, Ergotherapeuten sowie Förderschullehrer leisten gemeinsam einen unverzichtbaren Beitrag, um Menschen mit Behinderungen ein menschenwürdiges und erfülltes Leben zu ermöglichen.“ Die Berufe, die der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen dienen, erforderten viel Fachkenntnis und Empathie. Zudem sei häufig die Bereitschaft notwendig, im Schichtdienst zu arbeiten. Es sei nicht angemessen, dass jemand, der als Facharbeiter Autos baut, auf Dauer mehr verdient als jemand, der als ausgebildete Pflegekraft Menschen mit Behinderungen hilft. Wer seine Arbeitskraft in den Dienst an anderen Menschen stellt, verdiene Anerkennung. „Diese Anerkennung muss sich auch in Tarifabschlüssen zeigen“, forderte die Landtagsvizepräsidentin. „Ich möchte die Lebenshilfe als einen einflussreichen Verband bitten, zusammen mit den Berufsverbänden und Gewerkschaften an der Überwindung dieser Diskrepanz zu arbeiten“, sagte Astrid Schmitt.

 
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