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Landtagssanierung: Kommunikation ist das Wichtigste – auch beim Bauen

Interview mit Architekt und Projektentwickler Andreas Nath

Andreas Nath, Architekt  und Projektentwickler. Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
Andreas Nath, Architekt und Projektentwickler. Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
11.07.2018 - Andreas Nath arbeitet seit Dezember 2017 für den Landtag im Referat für Bauangelegenheiten und Innere Dienste. Davor war er als Architekt in verschiedenen Büros und beim Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) tätig. Während der Sanierung des Deutschhauses dreht sich ein großer Teil seines Arbeitsalltags um die Baustelle. Die Pressevolontärin des Landtags, Theresa Karl, hat ihn in seinem Büro besucht und gefragt, was seine Aufgaben sind, was ihm Freude und Herausforderung bereitet.

Herr Nath, was ist Ihre Aufgabe während der Sanierung?

Nath: Ich prüfe, ob auf der Baustelle alles nach Plan läuft. Es gibt ja gewisse Anforderungen, die wir vor Beginn der Sanierung festgelegt haben. Jetzt muss ich ein Auge drauf haben, ob diese Anforderungen auch umgesetzt werden.

Haben Sie da konkrete Beispiele?

Nath: Wir haben zum Beispiel sehr kleinteilig geplant, wie der Plenarsaal gestaltet sein muss, um optimale Arbeitsbedingungen sowohl für die Abgeordneten als auch für uns von der Landtagsverwaltung zu bieten. Wir haben dabei über ganz viele Aspekte und Details einer Plenarsitzung gesprochen und exemplarische Abläufe uns vergegenwärtigt, denn wir wollen letztlich nach der Sanierung auch eine Verbesserung in diesen Prozessen erreicht haben. Ein anderes großes Thema sind die Besucher und Gäste im Deutschhaus. Vom Empfang und der Begrüßung, über die Garderobe, die Wegeführung durchs Haus bis hin zur Verabschiedung. Und da stellt sich natürlich die Frage, was sich daraus für einzelne Anforderungen an die Räumlichkeiten ergeben. Da achte ich konstant drauf, dass die Bauarbeiten in diese Richtung laufen.

Was macht Ihnen bei dem Job besonders viel Spaß?

Nath: Am meisten begeistert mich die Themenvielfalt. Und ich arbeite projektbezogen und habe immer ein konkretes Ziel vor Augen. Ich habe auch sehr viel Glück mit meinem Team. Da sind so viele so engagierte Leute dabei, die gemeinsam ein großes Ziel verfolgen, nämlich die Sanierung des Deutschhauses zu einem Erfolg werden zu lassen.

Wie würden Sie denn dieses Ziel beschreiben?

Nath: Wir wollen vor allem den Bedürfnissen der verschiedenen Nutzer des Deutschhauses gerecht werden. Das sind ja zu allererst die Abgeordneten, aber auch die über 30.000 Besucher jedes Jahr und natürlich all die Landtagsmitarbeiter. Das neue Deutschhaus soll für alle Gruppen entsprechend nutzerfreundlich sein und echte Verbesserungen mit sich bringen. Deshalb wollen wir auch schon während der Sanierung alle mitnehmen, die irgendwie betroffen sind. Kommunikation ist mit der wichtigste Teil des Jobs. Wir vermitteln die Neuigkeiten nicht nur an die Mitarbeiter, sondern auch an die Politik und an die Öffentlichkeit. Und dabei ist immer klar: Wir müssen alle Entscheidungen rechtfertigen können. Da gibt es keine Bauchentscheidungen. Das ist alles ganz klar begründet.

Hat Sie an dem Job auch was überrascht?

Nath: Also vieles ist natürlich schon festgelegt und geplant. Aber man hat doch immer noch Einflussmöglichkeiten und kann seine eigenen Gedanken einbringen. Wenn ich zum Beispiel die Pläne der Architekten sehe, dann kann ich beurteilen: Funktioniert der Plan so oder gibt es vielleicht Verbesserungsideen? Mein Vorteil ist dann, dass ich mit den Architekten in ihrer Sprache sprechen kann – weil ich eben auch einer bin.

Vermissen Sie die Arbeit als klassischer Architekt?

Nath: Nein, nicht wirklich. Rückblickend glaube ich, dass es eine richtige Entscheidung für mich war, mich verstärkt in Richtung Projektentwicklung und wenn Sie so wollen der Bauherrenvertretung zu orientieren. Jetzt kann ich über alle Projektphasen hinweg an entscheidenden Stellschrauben mitwirken.

Ist das nicht manchmal auch anstrengend?

Nath: Doch, das kann auch herausfordernd sein. Bei der Sanierung sind so viele Akteure beteiligt, die wir informieren müssen. Da gibt es viele Termine, Gesprächsrunden, Abstimmungsprozesse… Aber wir merken, dass es vor allem wichtig ist, dass wir kommunizieren und vermitteln.

Bei dem, was noch kommt: Worauf freuen Sie sich am meisten?

Nath: Also wenn der Rohbau fertig ist, die Wände und Treppenhäuser stehen, darauf freue ich mich. Dann sieht man nämlich zum ersten Mal so richtig in Realität und ganz plastisch, wie es aussieht und wirkt, was sich die Architekten bei Ihrem Entwurf vorgestellt haben. Meinem bisherigen Eindruck nach wird das Ergebnis uns überzeugen.

2020 soll das neue Deutschhaus fertig sein. Sind Sie dann Ihren Job los?

Nath (lacht): Nicht ganz. Auch jetzt ist die Sanierung nicht meine einzige Aufgabe. Das Deutschhaus macht vielleicht so zwei Drittel meines Tagesgeschäfts aus. Ich bin aber auch zuständig für andere Immobilien des Landtags. Zum Beispiel für unsere Ausweichquartiere im Isenburg-Karree oder der Steinhalle, für das Abgeordnetenhaus und die anderen Anmietungen. Und es kommt ja auch immer wieder etwas Neues dazu und neue Ideen und Überlegungen werden entwickelt. Also langweilig wird’s mir so schnell nicht.

 
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