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Zeitzeugen eine Stimme verleihen

Landtagspräsident eröffnet Ausstellung mit Porträtaufnahmen von KZ-Überlebenden

Foto: Landtag RLP/Andreas Linsenmann
Foto: Landtag RLP/Andreas Linsenmann
17.01.2019 - Landtagspräsident Hendrik Hering hat an diesem Mittwoch im Foyer des Abgeordnetenhauses in Mainz die Fotoausstellung „KZ überlebt“ des Fotografen Stefan Hanke eröffnet, die noch bis zum 13. Februar zu sehen sein wird. Es ist die erste öffentliche Veranstaltung des Landtags in diesem Jahr. Und es ist zugleich die erste von mehreren Veranstaltungen im Umfeld des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, die in der Landeshauptstadt Mainz, aber auch überall im Land stattfinden.

Porträts von 121 Holocaust-Überlebenden aus sieben Ländern

Der Fotograf Stefan Hanke hat für die Porträtausstellung KZ-Überlebende, Männer und Frauen, an ihrem Lebensabend besucht. Darunter befinden sich viele jüdischer Herkunft, doch auch Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, sowjetische Kriegsgefangene und ehemalige politische Häftlinge. Hendrik Hering lobte die Porträtaufnahmen als „einfühlsame Interpretationen“ dieser Begegnungen. Hanke habe insgesamt 121 Überlebende aufgesucht, der Älteste war 105 Jahre, die Jüngste 70 Jahre alt (die Aufnahmen entstanden in einem Zeitraum von zehn Jahren zwischen 2004 und 2014). Dazu habe Hanke über Jahre hinweg sieben europäische Länder besucht. „Die Porträts verleihen den Zeitzeugen eine Stimme“, betonte der Landtagspräsident. Die Lebensberichte seien ein flammender Appell, dass sich die Ereignisse von damals niemals mehr wiederholen dürften. „Wir dürfen nicht tolerieren, dass heute manche die Vergangenheit leugnen und durch eine Verrohung der Sprache Antisemitismus, Rassismus und Gewalt fördern.“ Das Wissen um die Vergangenheit sei daher eine unumstößliche Verpflichtung für alle Demokraten, ihre Stimme gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit zu erheben und danach zu handeln.

Historisches Wissen an junge Generation weitergeben

„Für mich persönlich gehört der 27. Januar zu den wichtigsten Gedenktagen“, betonte der Landtagspräsident. Dieser Gedenktag erinnere an die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte in Europa, die von Deutschland ausgegangen ist. Er erinnerte an den industriell organisierten Massenmord, der bis zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der Roten Armee Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Ausstellungen wie die von Hanke ermöglichten es, das historische Wissen auch an die junge Generation weiterzugeben. Daher habe der Landtag ein pädagogisches Begleitprogramm erstellt, mit dem er die Ausstellung „KZ überlebt“ besonders jungen Menschen nahebringen will. Denn auch heute noch seien einige Lager weitgehend unbekannt – so auch das KZ Bruttig-Treis bei Cochem in Rheinland-Pfalz, wo in einem Eisenbahntunnel bis zu 1.500 Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiteten.

Wann und wo ist die Ausstellung zu sehen?

Die Ausstellung ist bis zum 13. Februar 2019 täglich außer an Wochenenden und Feiertagen von 8 Uhr bis 17 Uhr im Foyer des Abgeordnetenhauses, Kaiser-Friedrich-Straße 3, 55116 Mainz und zu den Öffnungszeiten des Landesmuseums in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz, Große Bleiche 45, 55116 Mainz, zu sehen.

 
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