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Enquete-Kommission Tourismus informiert sich auf Internationaler Tourismusbörse

Digitalisierung, Auslandsmarketing und UNESCO-Welterbe waren die Themen

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz
14.03.2019 - Die Enquete-Kommission Tourismus des rheinland-pfälzischen Landtags hat sich auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin Anfang März über aktuelle Trends und Entwicklungen informiert.

In Gesprächen mit der Tourismusmarketing Gesellschaft Sachsen mbH und der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg tauschten sich die Abgeordneten über Fragen des Auslandsmarketings aus.

Alexander Licht von der CDU ist der Auffassung, dass sich in diesem Bereich Investitionen langfristig rentierten und kritisierte, dass andere Bundesländer über effektivere Strategien und weitaus größere Budgets verfügten. Er regte eine verstärkte Zusammenarbeit mit externen Agenturen und Repräsentanten sowie Veranstaltungen in den Zielländern an. Die CDU schlägt der Enquete-Kommission vor, sich künftig intensiver den digitalen Möglichkeiten im Außenmarketing zu widmen.

Am Messestand von Berlin-Brandenburg stellten Vertreter der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH ihre Digitalisierungsstrategie vor. Das Contentnetzwerk, das 2018 mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet wurde, bietet im Rahmen digitaler Services eine Art „digitale Begleitung des Gastes“ vor, während der Reise vor Ort und nach der Reise an. Die Vorsitzende der Enquete-Kommission, die CDU-Abgeordnete Ellen Demuth sieht in Rheinland-Pfalz noch erheblichen Aufholbedarf bei der Nutzung der Potenziale der Digitalisierung für den Tourismus. Gerade die mittelständischen Betriebe bräuchten mehr Unterstützung. Zwar besitze heutzutage fast jeder Betrieb eine Webseite, jedoch gehe es beim aktuellen Trend des ‚Smart Tourism‘ insbesondere auch darum, eine intelligente Vernetzung zu und zwischen den Angeboten in den Regionen zu erstellen

Kulturelle Schätze im Land heben

Ebenso fand auf der ITB ein intensiver Austausch am Counter der UNESCO-Welterbestätten statt. Unter anderem wurden Strategien angeregt, die helfen sollen, die Werte der Welterbestätten besser zu verstehen sowie Interesse für die lokale Kultur wecken zu können. Nina Klinkel von der SPD hob hervor, dass Rheinland-Pfalz über ein einzigartiges kulturelles Erbe verfüge. Burgen und Schlösser, die Welterbestätten und historischen Städte seien ein „unvergleichlicher kultureller Schatz, den es für den Tourismus zu heben gilt.“ Aus der Verbindung von Wein und kulturellem Erbe entstehe eine touristische Angebotsvielfalt, die sich auch in der künftigen rheinland-pfälzischen Dachmarke widerspiegeln sollte, teilte Nina Klinkel mit. 

Ihre Fraktionskollegin Giorgina Kazungu-Haß sieht in den vier UNESCO-Welterbestätten ein rheinland-pfälzisches Alleinstellungsmerkmal, das es noch stärker zu betonen gelte. Mit den SchUM-Städten hätten sich Speyer, Worms und Mainz auf den Weg gemacht, UNESCO-Welterbestätten zu werden. Bei der touristischen Vermarktung des historisch-kulturellen Erbes von Rheinland-Pfalz sollten die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und die Rheinland-Pfalz Tourismus noch enger zusammenarbeiten.

Nachhaltigen Tourismus berücksichtigen 

Aus Sicht von Jutta Blatzheim-Roegler von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, ist der „Dreiklang von Naturschutz, Nachhaltigkeit und Tourismus“ für Rheinland-Pfalz Chance und Herausforderung gleichermaßen. Betroffen davon seien in besonderer Weise die Welterbestätten. Mit dem UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal habe Rheinland-Pfalz eine Region, die ein „Paradies für Wanderer und Weinliebhaber“ sei und damit ein attraktives Ziel für Touristinnen und Touristen aus aller Welt. Auch weil das Obere Mittelrheintal 2019 zu den Top-Empfehlungen des Reiseführers ‚Lonely Planet‘ gehört, sollte die nachhaltige Entwicklung des Tourismus in Rheinland-Pfalz besonders berücksichtigt werden. Auf der ITB habe man von der UNESCO erfahren, welche Strategien dabei helfen können, die Werte der Welterbestätte besser zu verstehen und Interesse für die lokale Kultur zu wecken. Gerade der nachhaltige Tourismus verzeichne ein überdurchschnittlich hohes Wachstum. Dies zeige sich auch an den steigenden Besucherzahlen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.

 
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