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Wenn der Landtag im Museum endet

Mainzer Staatstheater feiert Premiere des Stücks „Das letzte Parlament“

Mainzer Staatstheater feiert Premiere des Stücks „Das letzte Parlament“ - Foto: Torsten Silz
30.08.2018 - Was passiert mit dem Geist der Demokratie, wenn die Gesellschaft zerrissen ist? Wenn die Menschen sich nicht mehr gegenseitig zuhören, sondern in den neuen Medien nur noch ihrem eigenen Echo lauschen und wenn Politiker sich nur noch um sich selbst drehen? Um diese Fragen dreht sich das Theaterstück „Das letzte Parlament“ des Mainzer Staatstheaters, das in dieser Woche im Interimsplenarsaal des Landtags im Mainzer Landesmuseum seine Premiere feierte.

„Dieses Stück war auch für uns als Landtag ein Experiment. Es war ein Experiment mit ungewohnten Zutaten“, erklärte Hering in seinem Grußwort anlässlich der Premiere. Dabei bezog er sich auf den außergewöhnlichen Schauplatz des Theaterstücks: den Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Parlaments. Während das eigentliche Landtagsgebäude saniert wird, tagt dieser in der Steinhalle des Landesmuseums.

Aber nicht nur die Kulisse ist bei diesem Theaterstück ungewöhnlich. Während der Inszenierung besetzen die Zuschauer die Plätze der Abgeordneten sowie der Besuchertribüne und werden so Teil der Kulisse und damit gleichzeitig des gesamten Stücks. Als Teil des Ganzen erlebt der Zuschauer das Geschehene hautnah.

Landtag als Labor der Demokratie/Theater und Politik verzahnt

Am Anfang stand die Idee des Autors und Dramaturgen Björn Bicker. Er sei vor zwei Jahren auf den Landtag zugekommen, inspiriert davon, dass das Parlament seit Mai 2016 in einem Museum tagt, erklärte Hendrik Hering in seinem Grußwort. Material für sein Stück sammelte der Dramaturg direkt vor Ort. Er habe viele Gespräche mit den Abgeordneten, aber auch mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Landtagsverwaltung geführt und an Plenar- und Ausschusssitzungen teilgenommen, so Hering. In seinem Stück setze Bicker sich kritisch mit den Abgeordneten, den Meinungen der Bürger und der repräsentativen Demokratie auseinander.

„Die Idee stieß bei uns von Anfang an auf fruchtbaren Boden“, betonte Hering. „Und wir waren uns auch sicher, dass das Stück ist bei einem Intendanten wie Markus Müller gut aufgehoben ist“. Als ein „Labor der Demokratie“ dürfe sich ein Landtag auf ein solches Experiment einlassen, gerade wenn es um sein ureigenes Thema, um die repräsentative Demokratie, gehe.

Der Landtagspräsident ist begeistert, dass sich beide Institutionen, Staatstheater und Parlament, miteinander verzahnen ließen. „Das war für beide Seiten eine große Herausforderung, doch es hat geklappt: weil alle aufeinander zugegangen sind“. Das Fazit des Landtagspräsidenten fiel entsprechend positiv aus. „Das Experiment ist gelungen“. Er dankte allen Mitwirkenden: den Schauspielern, dem Intendanten, dem Kinderchor des Peter-Cornelius-Konservatoriums und all jenen, die hinter den Kulissen für ein rundum gelungenes Theaterstück gesorgt hätten.

„Das letzte Parlament“ wird im September und Oktober aufgeführt. Weitere Information und Karten sind auf der Homepage des Staatstheaters unter  http://www.staatstheater-mainz.com zu finden.

 
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