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"Maria Hilf" - auch mir?

Chawwerusch Theater spielt im Landtag zum Thema „Pflege“

Das Chawwerusch Theater nimmt sich mit "Maria Hilf" eines ernsten und aktuellen  Themas an - Foto: A. Linsenmann
Das Chawwerusch Theater nimmt sich mit "Maria Hilf" eines ernsten und aktuellen Themas an - Foto: A. Linsenmann
09.03.2018 - Wie wollen wir im Alter Leben? Wie, wenn wir nicht mehr so können, wie wir wollen? Wenn wir Pflege brauchen, rund um die Uhr? Welche Idealvorstellungen und eigenen Ansprüche sind wir bereit, aufzugeben, als Betroffene, Pflegende, Angehörige? Das Thema „Pflege“ wird im Landtag Rheinland-Pfalz von den Abgeordneten im Plenum in regelmäßigen Abständen diskutiert. So auch gestern Abend. Diesmal aber saßen die Abgeordneten im Publikum, während in der Lobby des Plenarsaals im Landesmuseum das Ensemble des pfälzischen Chawwerusch Theaters auf eindringliche Weise klar machte, wie wichtig die Antworten sind, die wir auf diese Fragen geben wollen.

Mit Humor ernstes Thema umgesetzt

Im Stück "Maria hilf" zeigte das Chawwerusch Theater, dass ein Schlaganfall dramatisch für eine Familie ist, aber so ein Schicksalsschlag mitunter auch tragikomische Momente mit sich bringen kann. Mit viel Humor widmete sich die Aufführung einem ernsten Thema - der Pflegesituation in Deutschland. Dabei blieb den Zuschauern das Lachen aber nicht nur einmal im Halse stecken.

Zur Handlung: Frau Magdalena (Felix S. Felix) erleidet einen Schlaganfall, und ihre Tochter Michaela (Miriam Grimm), alleinerziehende Sozialpädagogin, ist mit der Situation überfordert. Also muss die polnische Pflegekraft Maria (Yaroslava Gorobey) helfen. Für alle drei Frauen ist diese Konstellation sehr schwierig. Auf beklemmende Weise zeigt dieses dichte Kammerspiel mit herausragender schauspielerischer Leistung, in welche Abgründe jede von ihnen schauen muss.


Landtag als Forum der Demokratie

Recherchiert hat Drehbuchautor und Regisseur Walter Menzlaw dafür bei Pflegebedürftigen und Angehörigen. Das Ende lassen die Schauspieler offen - und so auch das Publikum mit der schwer lastenden Frage zurück: Was, wenn ich betroffen bin, wie entscheide ich mich?

Dass der Landtag sich aber noch intensiver mit genau solchen, uns alle betreffenden Fragen auseinandersetzen will, betonte Landtagspräsident Hendrik Hering. "Wir wollen ein Ort sein, an dem Demokratie gelebt wird, wir wollen ein Forum der Demokratie sein" unterstrich Hering in seiner Ansprache. Dazu gehöre es, Debatten anzustoßen und den Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen können.

 
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