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Wissenschaftsausschuss: Gedenkkultur und politische Bildung fördern

Fraktionen wollen in kommender Plenarsitzung gemeinsamen Antrag erarbeiten

09.03.2018 - Der Ausschuss für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des rheinland-pfälzischen Landtags hat sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für die Förderung und Erhaltung der Gedenkkultur in Rheinland-Pfalz ausgesprochen. Der von den Regierungsfraktionen aus SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss eingebrachte Antrag mit der Überschrift „Niemals wieder!“ wird in der kommenden Plenarsitzung nochmals diskutiert. Auch die CDU-Fraktion will dann den Antrag unterstützen.

Zunahme an menschenfeindlichen und antisemitischen Parolen

Hintergrund sei, dass menschenfeindliche Parolen und pauschale Verurteilungen gegenüber Flüchtlingen, Menschen anderen Glaubens oder auch gegenüber Homosexuellen und anderen Minderheiten wieder hof- und parteifähig würden, stellte der ursprüngliche Antrag fest. Auch der Antisemitismus nehme zu. Deshalb sollen insbesondere junge Menschen in ihrem kritischen Urteilsvermögen und pluralistischen Demokratieverständnis weiter nachhaltig gestärkt werden. Politische Bildung und Gedenkkultur seien zwei untrennbare Grundpfeiler gegen das Vergessen. So solle beispielsweise die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung weiter gefördert werden, die Gedenkkultur im Land durch weitere Förderung erhalten sowie das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Gedenkkultur unterstützt werden. Schließlich solle auch der Besuch von Gedenkstätten und historisch-demokratiebildenden Projekten gefördert werden. Kürzlich hatte in diesem Zusammenhang die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgeschlagen, über einen verpflichtenden Besuch für Schüler von NS-Gedenkstätten nachzudenken, was auch Landtagspräsident Hendrik Hering begrüßt. 


Positive Bilanz der „vorZeiten-Ausstellung“

Staatssekretär Salvatore Barbaro informierte den Ausschuss auf Antrag der SPD-Fraktion über die Bilanz der Ausstellung „vorZeiten - Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Mainzer Landesmuseum. Rund 70.000 Besucher hätten im Zeitraum von Mai 2017 bis Januar 2018 Interesse an der Ausstellung gezeigt. Die Gestaltung der Ausstellung habe man komplett mit Funden aus den eigenen Beständen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz bewerkstelligen können, wie der Staatssekretär betonte. Dies verdeutliche den außergewöhnlichen Reichtum an archäologischen Zeugnissen in Rheinland-Pfalz. Ab 9. Mai soll die „vorZeiten-Ausstellung“ im Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein gezeigt werden. In der Planung sei außerdem bereits ein neues Museums-Projekt in Form einer Ausstellungs-Trilogie unter dem Motto „Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“, wie Barbaro verriet. So könne man „das Landesmuseum Mainz als profilierten Ausstellungspunkt in der Öffentlichkeit verankern“.


Anhörung zu mehr Studienplätzen für Humanmedizin geplant

Um dem Landarztmangel entgegen zu wirken hatte die CDU-Fraktion in einem Antrag gefordert, die Zahl an Studienplätzen für Humanmedizin in Rheinland-Pfalz auszuweiten. Mindesten zehn Prozent mehr Studienplätze sollten hierfür bereitgestellt werden, um junge Nachwuchsärzte zu gewinnen und die ärztliche Versorgung zu sichern.

Der Ausschuss beschloss eine Anhörung zu dieser Thematik, welche Mitte Juni stattfinden soll. Die Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Demografie sollen hierzu eingeladen werden.

 
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