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Grundgesetz lebendig machen

Landtagspräsident eröffnet Kunstausstellung zum Grundgesetz-Jubiläum

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz/Andreas Linsenmann
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz/Andreas Linsenmann
21.03.2019 - Die von der Künstlergruppe AMorph aus Bonn initiierte Wanderausstellung zum 70. Jubiläum des Grundgesetzes ist am gestrigen Mittwoch im Foyer des Mainzer Abgeordnetenhauses eröffnet worden. 94 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland zeigen zu den 144 Artikeln des Grundgesetzes und der Präambel ihre eigene Position. Die Werke haben ein einheitliches Format von 40x40 cm und entstanden in verschiedenen Techniken der Malerei, Zeichnung, Druck, Fotografie, Collage oder Objekt. Zu sehen ist die Ausstellung im Mainzer Abgeordnetenhaus in der Kaiser-Friedrich-Straße 3 bis zum 2. Mai 2019 von montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr, außer an Feiertagen.

„Das Grundgesetz ist die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und garantiert jedem einzelnen Rechte, die für eine Demokratie unverzichtbar sind. Es ist das Fundament unserer Werteordnung ohne die ein Zusammenleben und ein respektvoller Umgang miteinander nicht denkbar wären“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering bei der Ausstellungseröffnung. Das Grundgesetz garantiere jedem einzelnen Rechte, wie beispielsweise freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit, die für eine Demokratie unverzichtbar seien. Einst als Provisorium gedacht, bewahre das Grundgesetz bis heute seine Gültigkeit.

Auch Rheinland-Pfalz habe eine besondere Rolle bei der Schaffung des Grundgesetzes gespielt, sagte Hendrik Hering weiter. So wurde in Koblenz die Rittersturz-Konferenz unter dem Vorsitz des damaligen Ministerpräsidenten Peter Altmeier vom 8. bis 10. Juli 1948 abgehalten. Sie gelte bis heute als Wegbereiter für die Bundesrepublik Deutschland und habe dem noch jungen Land Rheinland-Pfalz ein Stück weit aus der Isolierung durch die französische Besatzung herausgeholfen.

In beeindruckender Art und Weise habe sich die Bonner Künstlergruppe Amorph in unterschiedlichsten Formen mit den Artikeln und der Präambel des Grundgesetzes auseinandergesetzt, lobte der Landtagspräsident. Sie zeigten, dass Kunst neue Perspektiven eröffnen kann und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Demokratie.

Kultureller Beitrag zur politischen Bildung

In ihren Einführungsworten beschrieb Ricarda Rommerscheidt, eine der beteiligten Künstlerinnen, die Entstehung der Ausstellung: "Die Idee, sich künstlerisch den 144 Artikeln der Verfassung zu nähern, hatten die beiden Bonner Künstlerkollegen Ali Monzavi und Tobias Stutz, die ihre Ateliers in der freien Kunstakademie arte fact in Bonn hatten. Dort wurden 1948 in der damaligen Druckerei Stodieck die ersten Exemplare des Grundgesetz-Entwurfs gedruckt. Inspiriert von diesem Ort luden sie über 90 Kolleginnen und Kollegen ein, sich an der Ausstellung zu beteiligen."

Die Künstlerin Angela Schmitz ergänzte: "Mit der Wanderausstellung möchten wir einen kulturellen Beitrag zur politischen Bildung leisten und das Grundgesetz aus dieser Perspektive lebendig machen. Die Vielfalt der Positionen zeigt auch die Vielfalt der Gesellschaft, für die das Grundgesetz geschaffen wurde."

Über Kunst Interesse an Politik verstärken

Die Arbeiten geben Denkanstöße, um sich (neu) mit dem Grundgesetz auseinanderzusetzen und Menschen über die Kunst wieder oder stärker für Politik zu interessieren. Beide Künstlerinnen betonten die Bedeutung des Grundgesetzes angesichts zunehmender antidemokratischer Strömungen in der Gesellschaft und in der Politik nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern und in Übersee wie USA und Brasilien.

Das Grundgesetz steht über allen anderen gesetzlichen Normen und setzt sich aus einer Präambel, den Grundrechten und einem organisatorischen Teil zusammen. In ihm sind die wesentlichen staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Zu den bekanntesten gehören die 19 Grundrechte wie Artikel 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" oder Artikel 5 “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern (...) und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten." Aber auch mit den eher verwaltungstechnischen Regelungen zum Bundestag, Bundesrat oder Rechtsprechung und Finanzwesen haben sich die Künstlerinnen und Künstler auseinandergesetzt.

Die Wanderausstellung ist anschließend noch an folgenden Orten zu sehen:

Hessischer Landtag, Wiesbaden / Landtag Schleswig-Holstein, Kiel / zum „Königssommer“ in Königswinter, NRW / Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach, Hessen / MDR in Leipzig.

 
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