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„Wohnen ist das Herz des sozialen Lebens“

Parlamentarischer Abend: Bündnis fordert Maßnahmen für bezahlbaren Wohnraum

Bezahlbarer Wohnraum war das Thema des parlamentarischen Abends der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen - Foto: Kristina Schäfer, Mainz
Bezahlbarer Wohnraum war das Thema des parlamentarischen Abends der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen - Foto: Kristina Schäfer, Mainz
11.09.2018 - „Menschenrecht Wohnen“ – unter diesem Motto haben sich die Architektenkammer Rheinland-Pfalz, die Liga der Freien Wohlfahrtspflege und die Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen zusammengetan, um beim parlamentarischen Abend mit Landespolitikern zu diskutieren. Wohnen sei, früher wie heute, eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen, betonte Landtagspräsident Hendrik Hering am Mittwoch im Mainzer Zentrum Baukultur.

Wohnen kostet Großteil des Gehalts

„Wohnen ist das Herz des sozialen Lebens“, sagte Hering. Denn bezahlbare Wohnungen geben Menschen erst die Chance, soziale Beziehungen zu pflegen und Familien zu gründen. Umso problematischer sei es, dass Wohnen auch in unserer wohlhabenden westlichen Gesellschaft immer mehr zu einem Luxusgut wird. Gerade in Ballungsräumen entwickeln sich die Preise dramatisch, stellte der Landtagspräsident fest. Selbst bei gutem Einkommen zahlen Menschen einen großen Anteil ihrer Löhne und Gehälter fürs Wohnen. Hering erklärte weiter, für junge Familien sei es besonders schwierig, Wohnraum zu finden, ob zur Miete oder zum Kauf.


Wohnraum im Land: zu knapp und zu teuer

Der Präsident der Architektenkammer, Gerold Reker, stellte fest: „Wir merken, dass zunehmend Wohnraum fehlt“. Es sei wichtig, das möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Hans-Jürgen Eberhardt, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, betonte, „Menschen müssen davor bewahrt werden, ihre Wohnung zu verlieren“. Thomas Will, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen, sprach von großen Preisunterschieden und einem Mietabfall in Richtung Westen von Rheinland-Pfalz. Ein Extremfall sei Pirmasens. Dort gebe es sogar Leerstände.


Genossenschaften schützen

Auch der Landtagspräsident ging auf die Preisunterschiede ein, vor allem zwischen Stadt und Land. In Mainz gebe es stellenweise ähnlich hohe Quadratmeterpreise wie in München, während man in der Eifel bei weit unter 1.500 Euro pro Quadratmeter liege. Diese Beispiele zeigten, so Hering, dass es in der Wohnthematik keine einheitlichen Lösungen geben könne. Erfolgsversprechende Ansätze sah er unter anderem auch in den Genossenschaften. Sie stünden, begründet von Raiffeisen vor 200 Jahren, „für gelebte Solidarität“. Und auch heute schützten Wohnungsgenossenschaften vor Kündigungen und unwägbaren Mieterhöhungen.


Zwölf Forderungen für sozialen Wohnraum

Die drei Veranstalter des Abends bildeten ein Bündnis, um zwölf wohnungs- und sozialpolitische Forderungen an die Politik zu stellen. Mit den fünf Vorsitzenden der rheinland-pfälzischen Landtagsfraktionen diskutierten sie beim parlamentarischen Zusammentreffen ein Positionspapier mit ganz konkreten Vorschlägen, von einem Mindestanteil sozial geförderten Wohnungsbaus bis hin zu Beratungsangeboten in der Armutsbekämpfung.

 
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