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Holocaust-Überlebende spricht im Landtag

Plenarsitzung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019

Foto: Henriette Kretz © Maximilian-Kolbe-Werk
Foto: Henriette Kretz © Maximilian-Kolbe-Werk
09.01.2019 - Henriette Kretz, im damaligen Polen geborene Überlebende des Holocaust, wird am bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019 im rheinland-pfälzischen Landtag sprechen. An diesem Tag kommen traditionell die Landtagsabgeordneten, Regierungsmitglieder und Ehrengäste zu einer Plenarsitzung zusammen, um der NS-Opfer zu gedenken. Landtagspräsident Hendrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer werden Ansprachen halten. Das Kammerorchester des Carl-Bosch-Gymnasiums Ludwigshafen begleitet die Veranstaltung musikalisch. Die Gedenkstunde wird am Sonntag, 27. Januar 2019 ab 11 Uhr per Live-Stream über die Homepage des Landtags unter www.landtag.rlp.de sowie über den You-Tube-Kanal des Landtags übertragen.

 Die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz wird als Zeitzeugin berichten. Sie wurde 1934 in der damals polnischen Stadt Stanislawów (heutige Ukraine) geboren. Nach dem deutschen Überfall auf Polen im Herbst 1939 floh die jüdische Familie vor den heranrückenden Deutschen. Henriette Kretz kam mit ihren Eltern zunächst nach Lemberg und bald darauf ins benachbarte Sambor. 1941 holten der Krieg und die Deutschen die Familie auch dort ein. Die Familie wurde aus ihrer Wohnung vertrieben und musste in einen jüdischen Stadtbezirk umsiedeln, in welchem kurze Zeit darauf ein Ghetto eingerichtet wurde. Immer wieder war die Familie verschiedenen Gefahren ausgesetzt und musste sich verstecken. Die Eltern von Henriette Kretz wurden vor ihren Augen erschossen. Sie selbst fand ein Versteck in einem Nonnenkloster und überlebte den NS-Terror. Henriette Kretz kam nach dem Krieg auf Umwegen nach Antwerpen, lebte in Israel und kehrte schließlich wieder nach Antwerpen zurück. (Quelle: Bistum Mainz)

Ihre Lebenserinnerungen sind auch in Buchform erschienen unter dem Titel „Willst du meine Mutter sein? Eine Kindheit im Schatten der Schoah.“

Seit über zwei Jahrzehnten erinnert der rheinland-pfälzische Landtag am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus. Die erste Sondersitzung des Landtags fand 1998 in der damals neu eingerichteten „Gedenkstätte ehemaliges KZ Osthofen“ statt. Damit gehört der Landtag Rheinland-Pfalz zu den ersten Landesparlamenten in Deutschland, welche die Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog von 1996 aufgriffen und den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz als Gedenktag begehen.   

Jedes Jahr stellt der Landtag ein anderes Thema in den Mittelpunkt seines Erinnerns und Gedenkens. In diesem Jahr erinnert er an die zunehmende Verfolgung und Entrechtung der Juden in Deutschland und Europa nach den Novemberpogromen vor 80 Jahren und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1.September 1939. Im vergangenen Jahr stand die Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz im Mittelpunkt. 

 
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