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Ende der Prostitution gefordert

3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen in Mainz/Prostitutionsaussteigerin ausgezeichnet

Foto: Lena Reiner für SOLWODI
Foto: Lena Reiner für SOLWODI
10.04.2019 - Im Rahmen des „3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen“ ist die Prostitutionsaussteigerin Huschke Mau bei einem Empfang im rheinland-pfälzischen Landtag in der vergangenen Woche mit dem Nikolaus-Einkraft-Preis geehrt worden. Die Organisation SOLWODI, eine internationale Menschenrechts- und Hilfsorganisation zur Beratung und Betreuung von Opfern von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Beziehungsgewalt, hatte den Kongress an der Uni Mainz zusammen mit weiteren Institutionen ausgerichtet.

Brunhilde Schierl, Vorsitzende der Nikolaus-Einkraft-Stiftung, würdigte in ihrer Laudatio Huschke Maus „großes Engagement für die Abschaffung der Prostitution“. Huschke Mau gebe betroffenen Frauen eine Stimme, durch öffentliche Vorträge oder durch ihr Netzwerk „Ella“, ein Zusammenschluss von Frauen, die in der Prostitution waren. In dieses Netzwerk investiere Huschke Mau sehr viel Kraft und Zeit und scheue kein Risiko, um aufzuklären und zu unterstützen.

Ende der Prostitution gefordert

„Ich selbst habe sehr mühsam aus eigener Kraft den Ausstieg schaffen müssen“, sagte Huschke Mau in ihrer Rede. Die Doktorandin der Psychologie nutzte ihre Auszeichnung, um von der Politik bessere Beratungen und Unterstützung für Aussteigerinnen zu fordern sowie ein Ende der Prostitution. „Prostitution ist sexuelle Gewalt“, betonte Huschke Mau. Sie leide noch immer seelisch hierunter. 

Auch der „3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen“ an der Universität in Mainz forderte eine Änderung des geltenden Prostitutionsrechtes hin zu einem Sexkaufverbot nach Nordischem Modell. „Schweden hatte 1999 das Nordische Modell mit einer Freierbestrafung eingeführt, seither hat sich die Prostitution in Schweden um die Hälfte reduziert“, hielt Ordensschwester Lea Ackermann, Gründerin und Vorsitzende von SOLWODI Deutschland e.V., fest.

Astrid Schmitt, Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtags, gratulierte Huschke Mau zur Auszeichnung und lobte deren Mut, mit ihrer Geschichte in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Vizepräsidentin hob hervor, dass insbesondere Zwangsprostitution in keiner Gesellschaft geduldet werden dürfe. Diese verletze Frauen in ihren grundlegenden Rechten und hinterlasse nicht nur körperliche, sondern auch seelische Narben. „Es ist die Pflicht des Staates mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entschieden dagegen vorzugehen“, sagte Astrid Schmitt.

 
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