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Jugendausschuss: Besuchsprogramm für Grundschüler kommt an und wirkt

Landtagspräsident berichtet über Bilanz und Perspektiven des Programms

Foto: Landtag Rheinland-Pfalz/Torsten Silz
Foto: Landtag Rheinland-Pfalz/Torsten Silz
25.01.2019 - Das im vergangenen Jahr als Pilotprojekt gestartete Besuchsprogramm des rheinland-pfälzischen Landtags für Grundschulen „kommt sehr gut an und wirkt!“ Dieses Fazit zog Landtagspräsident Hendrik Hering an diesem Donnerstag im Ausschuss für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz. Eine wissenschaftliche Begleitstudie habe sehr positive Effekte bei den teilnehmenden Grundschülern festgestellt. Deshalb werde der Landtag das Angebot fortführen und ausbauen, betonte Hendrik Hering.

„Ich bin der Überzeugung, dass man mit politischer Bildung und Demokratieerziehung nicht früh genug beginnen kann“, sagte der Landtagspräsident im Ausschuss. Deshalb sei es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, den Landtag als außerschulischen Lernort bereits für Grundschulen zu öffnen und ein altersgerechtes Programm anzubieten. In der Grundschule werden laut Hendrik Hering „grundlegende Kompetenzen“ vermittelt, die für das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft von zentraler Bedeutung seien und Kinder zu aktiver Teilhabe und Mitbestimmung befähigten.

Sollen die Hausaufgaben abgeschafft werden?

Das Grundschul-Besuchsprogramm richtet sich an die 3. und 4. Klassenstufe und dauere drei bis vier Stunden. Hinzu komme noch die schulische Vorbereitung auf den Besuch. Kern des Besuchsprogramms ist das Rollenspiel „Debatte im Landtag“. Dabei schlüpfen die Kinder in die Rolle von Abgeordneten, Fraktionsvorsitzenden, Landtagspräsident und Ministerpräsidentin und debattieren über selbst gewählte Themen wie beispielsweise die Fragen „Sollen die Hausaufgaben oder Noten abgeschafft werden?“ oder „Sollen die Sommerferien verlängert werden?“. Um die Nachhaltigkeit des Landtagsbesuchs zu erhöhen und um sich auch mit „echten“ Politikern austauschen zu können ist geplant, dass Landtagspräsident Hendrik Hering und seine beiden Vizes, Hans-Josef Bracht und Astrid Schmitt, nach Möglichkeit anschließend oder auch später vor Ort in der Schule ein Gespräch mit den Schülern führen. 

Bisher haben rund 390 Kinder aus 20 Klassen von zehn Grundschulen in ganz Rheinland-Pfalz an der Pilotphase des Projekts teilgenommen. Eine wissenschaftliche Begleitstudie kam nach der Pilotphase zum Ergebnis, dass das Programm bei den Kindern nicht nur sehr gut ankomme, sondern auch Wirkungen zeige. Demnach haben beispielsweise das politische Wissen und auch das politische Interesse der Kinder zugenommen. Auch die Diskussionsbereitschaft der Kinder bei ungleichen Meinungen habe durch das Besuchsprogramm zugenommen.

Programm wird ausgebaut

Aufgrund dieser Ergebnisse und vor dem Hintergrund der sehr großen Nachfrage werde der Landtag das Programm nun in einem größeren Umfang fortführen. „Ab 2019 bieten wir pro Jahr rund 30 Besuchsprogramme für die 3. und 4. Klassenstufe an“, sagte Hendrik Hering. Die Kosten für das Programm belaufen sich auf rund 25.000 Euro pro Haushaltsjahr.

Darüber hinaus werde der Landtag auch Angebote für die Klassenstufen 5 bis 8 entwickeln. Denkbar seien Workshops zu politischen Themen und Gespräche mit Abgeordneten, aber auch Formate, die bisher nur höheren Jahrgangsstufen angeboten wurden wie beispielsweise die Einführung eines „Kinder-Landtags“ analog zum „Schüler-Landtag“, den es bereits seit über 30 Jahren gibt. Damit bietet der Landtag dann durchgängig Programme von der 3./4. Klasse bis zum Erwachsenenalter an. Für diese neuen Angebote seien rund 50.000 Euro jährlich im Haushalt veranschlagt.

Weitere Informationen zum Grundschulprogramm und zum Bewerbungsverfahren sind erhältlich bei Andreas Jaeger unter 06131/208-2203 oder per Mail an andreas.jaeger@landtag.rlp.de sowie bei Simone Korte-Bernhardt unter 06131/208-2319 oder per Mail an simone.korte@landtag.rlp.de.

Fraktionen loben Programm

Fraktionsübergreifend wurde das neue Programm gelobt. Marc Ruland von der SPD freute sich über die sehr guten Evaluationsergebnisse, die zeigten, wie sehr der Besuch im Landtag die Kinder nachhaltig begeistere. Simone Huth-Haage von der CDU wünschte sich, dass noch viel mehr Kinder von dem Programm profitieren. Pia Schellhammer von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hob die bundesweite Vorreiterrolle des Landtags bei solchen Programmen für junge Menschen hervor. Anna Köbberling (SPD) betonte den emotionalen Aspekt, der durch den Besuch im Landtag bei den Kindern ausgelöst werde, der noch lange nachwirke. Michael Frisch von der AfD sah die großen Vorteile des Programms, wies aber auch die Gefahr der Überfrachtung von Grundschülern hin.

 
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